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Krimi: Nichts Versöhnliches an Würstchenbude

31.12.2013

Köln Es ist gute Tradition, dass der „Tatort“ den normalen Sonntagabend-Blues noch ein wenig verstärkt. Schließlich bekommt man viel soziales Elend zu sehen. Der Kölner „Tatort“ am ersten Januar-Sonntag dürfte den Zuschauer allerdings in einem noch nie dagewesenen Zustand der Zerknirschung zurücklassen. Es ist diesmal auch nix mit versöhnlicher Schlussszene an der Würstchenbude. Und weil das so ist, läuft „Franziska“ am kommenden Sonntag erst um 22 Uhr.

„Es ist nicht so, dass der Film nun besonders blutrünstig wäre, gar nicht“, sagt der WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke. „Aber es ist ein besonderer Fall, denn er geht nicht gut aus. Das Problem ist das Gesamtbedrohungspotenzial, das über längere Zeit andauert.“

Anders ausgedrückt: „Franziska“ ist niederschmetternd – aber auch niederschmetternd gut. Man weiß nicht, wen man mehr bewundern soll: die beiden Hauptdarsteller Tessa Mittelstaedt und Hinnerk Schönemann, die in ihrer kahlen Zelle ein wahres Kammerspiel absolvieren.

Oder Regisseur Dror Zahavi („München 72“), der die Spannung immer weiter zu steigern weiß. Oder Drehbuchautor Jürgen Werner, der dem Geschehen kurz vor Schluss einen ganz neuen Dreh gibt, so dass alles in einem anderen Licht erscheint.

Tessa Mittelstaedt verabschiedet sich mit dieser Folge nach zwölfeinhalb Jahren auf eigenen Wunsch aus dem „Tatort“-Team. Ihre Figur Franziska Lüttgenjohann war als weiblicher Kumpan der Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) außerordentlich beliebt.

Ihr letzter Auftritt beginnt damit, dass sie als Bewährungshelferin in ein Gefängnis kommt, um den kurz vor der Entlassung stehenden Mörder und Vergewaltiger Daniel Kehl zu besuchen. Doch der dreht mit einem Mal durch und nimmt Franziska als Geisel.

Das Motiv: Kurz vorher ist ein anderer Häftling erstochen worden – Kehl ist dringend tatverdächtig, aus der Entlassung wird also nichts.

Die Ermittlungen von Ballauf und Schenk werden zu einem Wettlauf mit der Zeit, denn Kehl zieht die Schlinge, die er Franziska um den Hals gelegt hat, immer enger. Die Polizistin kämpft um ihr Leben, erscheint psychologisch überlegen. Der Täter wirkt hilflos, erntet sogar ein paar Lacher – Darsteller Schönemann war bisher auch eher für schräge Rollen bekannt. Doch der Schein täuscht.

Die Dreharbeiten fanden im Winter in einem leerstehenden Gefängnis in Düsseldorf statt. „Das hat allen zugesetzt“, erzählte Mittelstaedt dem WDR. „Nicht nur, dass die Kälte an uns genagt hat, sondern auch die Energien, die in diesem Gebäude steckten.“ Für sie selbst gab es während des Drehs zwei Szenen, in denen sie kurz aussteigen musste, um sich klar zu machen: „Das bist nicht du, das ist Fiktion, was wir hier machen.“

Nach der Botschaft dieses Films fragt man besser nicht. Wenn er eine hat, ist sie so verstörend, dass man am Montagmorgen vermutlich sehr unausgeschlafen zur Arbeit gehen würde.

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