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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Mit Couch und Thomas Gottschalk

25.04.2019

Offenburg Das ZDF hat Grund zum Feiern. In der Show „50 Jahre ZDF-Hitparade“ nimmt Thomas Gottschalk die Zuschauer mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Kultformats. Gut 30 Jahre lang hat die Sendung ab 1969 die deutsche Musiklandschaft geprägt wie keine andere. Wer sich für Schlager interessierte, kam in der Ära vor YouTube nicht an ihr vorbei. Für die Sänger galt das ebenfalls – egal ob Udo Jürgens oder Nena, Wolfgang Petry oder Nicole, Howard Carpendale oder Trio, Caterina Valente oder Mary Roos. Und sie machte Dieter Thomas Heck, der sie präsentierte, selbst zur Berühmtheit. Das ZDF zeigt die Jubiläumssendung an diesem Samstag um 20.15 Uhr.

Heck, der 2018 starb, ist zum Auftakt in einem Einspieler mit seiner legendären Anmoderation von 1969 zu sehen und zu hören: „Hier ist Berlin. Das Zweite Deutsche Fernsehen präsentiert Ihnen Ausgabe Nummer eins der Hitparade!“ In der Jubiläumssendung dürften sich viele Zuschauer ins elterliche Wohnzimmer von damals zurückversetzt fühlen.

Die „Hitparade“ war in mehrfacher Hinsicht innovativ: Das Studiodesign war funktional-modern, die Auftretenden sangen inmitten der Zuschauer live zu Instrumental-Playback, das von einem Pult im Studio gesteuert wurde.

Die Show war auch Abbild der sich wandelnden Musikszene. In den 80er Jahren öffnete sich die Show englischsprachigen Interpreten und führte Vollplayback ein, bevor das Format in den 90er Jahren wieder zu deutschem Live-Gesang zurückkehrte. Im Jahr 2000, nach 368 Ausgaben und zwei weiteren Moderatoren – Viktor Worms und Uwe Hübner – war dann Schluss.

Gitterrohroptik, Tonmischpult und Klappzahlenuhr – optisch orientiert sich die Jubiläumsshow an den Anfängen der Hitparade, mit einem Unterschied: Gottschalk hat eine halbrunde Couch mitgebracht, die an seine eigene frühere Show „Wetten, dass ..?“ erinnert. Von dort aus führt er gewohnt locker durch den Abend und empfängt Gäste, von denen einige durch die Hitparade einem Millionen-Publikum bekannt wurden.

Ihren ersten Auftritt in der „Hitparade“ hatte Marianne Rosenberg mit 14 Jahren. Danach habe sie in der Schule Autogramme geben müssen, erzählt sie. Michael Holm erklärt, welche Bedeutung die Sendung für die Künstler hatte: Nach einem Auftritt habe sich eine Nummer in der Regel gut verkauft.

Auch Howard Carpendale, der 57 Auftritte in der „Hitparade“ hatte, gehört zu den Gästen. Für ihn sei die Sendung wie ein Familientreffen gewesen. Wer in dieser Familie das Oberhaupt war, wird ebenfalls deutlich: Dieter Thomas Heck habe man alles zu verdanken, sagt Michael Holm. Die Sendung ist in weiten Teilen eine Verneigung vor dem Moderator mit den Stakkato-Ansagen.

Musik darf beim „Hitparaden“-Geburtstag nicht fehlen. Howard Carpendale, Marianne Rosenberg und Heino geben ihre Hits zum Besten genauso wie Wencke Myhre, Bonnie Tyler, Bernhard Brink, Nicole, Matthias Reim, David Hasselhoff und weitere.

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