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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

„underworld: Blood Wars“: Oh, du fröhliche Ballerqueen!

30.11.2016

Berlin „Underworld“-Star Kate Beckinsale ist eine der dienstältesten Ballerqueens der Actionfabrik Hollywood. Ihre silbernen Knarren fest in den Händen, verkörpert die schöne britische Schauspielerin bereits seit rund 13 Jahren die Protagonistin der düsteren Leinwandsaga, die Vampirlady Selene. In Teil fünf, „Underworld: Blood Wars“, wird die Elitekriegerin nun sogar von allen Seiten bedroht. Da bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als sich den Weg freizumetzeln.

Beckinsale alias Selene ist Opfer eines heimtückischen Verrats geworden. Jetzt sind alle hinter der angeblich Abtrünnigen her: nicht nur ihre Feinde, jene Werwölfe, die sich Lykaner nennen - sondern auch ihre Artgenossen! Doch plötzlich scheint sich das Blatt zu wenden. Die Vampire bitten Selene um Hilfe. Sie soll neue Rekruten ausbilden, damit sich die Vampire besser gegen die Lykaner verteidigen können.

Aber dann gerät Selene in einen Hinterhalt. Mit Hilfe des treuen Vampirs David (Theo James) gelingt es ihr, in eine mystische Festung zu fliehen. Doch die Lykaner verfolgen die Spur der beiden. So lodert der Kampf zwischen den Unterweltwesen erneut auf. Gelingt es der Rächerin, die Schlacht zu ihren Gunsten zu wenden?

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Allen Schmährufen, mit denen Kritiker Kate Beckinsale gern überziehen, zum Trotz: Die Schauspielerin, die oft auf ihr sexy Outfit aus schwarzem Latex reduziert wird, hat eine Entwicklung mit befördert, die das Baller-Genre bereichert. Die Britin prägt die Filme der Reihe schon seit deren Beginn im Jahr 2003 als Hauptdarstellerin (bis auf das Prequel „Underworld: Aufstand der Lykaner“). Somit habe sie neben Stars wie Sigourney Weaver und Linda Hamilton einen Beitrag dazu geleistet, dass Frauen in Hauptrollen von Actionfilmen heute keine Ausnahmeerscheinung mehr sind, und das gebe ihr ein gutes Gefühl, sagte Beckinsale kürzlich in einem Interview. Selbstkritisch ließ sie durchblicken, dass ihre Figur natürlich keine Charakterrolle sei.

Geschenkt. Denn „Underworld: Blood Wars“ tritt wohl kaum an, um als tiefsinniger Autorenfilm gefeiert zu werden. Stattdessen bieten die Filmemacher die Splatter-Ästhetik auch in einer 3D-Version an, die das spritzende Blut und die im Sonnenlicht zu Staub zerfallenden Körper der Vampire noch plastischer erscheinen lässt.

Zuschauer, die Lust auf viel Action und einen extrem düsteren Look haben, kommen jedenfalls auf ihre Kosten. Kein Wunder. Die 1971 in Deutschland geborene US-Regisseurin Anna Foerster (bekannt für TV-Serien wie „Criminal Minds“ oder „Outlander“) hat sich die Sporen für ihr Kinodebüt an der Seite von Roland Emmerich verdient: in Teams von Filmen wie „Independence Day“ oder „The Day After Tomorrow“. Dabei bleibt sie der gelernten Formel der „Underworld“-Filmreihe treu.

Schwarze Kostüme, schwarzes Mauerwerk, schwarze Schlitten: Die bis auf die tiefroten fliegenden Eingeweide nahezu monochromen Farbwelten der Filmreihe haben viele Fans gefunden. Und die belohnen die immer neuen brutalen Schlachten, indem sie an die Kinokassen stürmen. Der rund 70 Millionen Dollar schwere Teil vier, „Underworld: Awakening“, soll sagenhafte 160 Millionen Dollar eingespielt haben.

Das liegt mit Sicherheit kaum an dem recht einfältigen Plot der Saga oder den stereotypischen Figuren. Sondern an den temporeichen Schlachtzenen und der lässigen Kampfeslust der blutrünstigen Unterweltwesen. So tritt auch „Underworld: Blood Wars“ eher nicht an, um zum Kritikerliebling der Saison zu werden, sondern um Fans der Saga glücklich machen - und natürlich alle, die an dem Film verdienen.

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