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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Perfider Mörder treibt Frauen in den Tod

06.02.2017

Mainz Carina Winter steht auf einer Brücke, am Ohr ein Handy. Für den Psychologen Joe Jessen, der von der Polizei zum Tatort gerufen wurde, ein kleiner Hoffnungsschimmer. Offenbar hat die Frau nicht alle Verbindungen hinter sich abgebrochen. Sofort versucht Jessen, auf sie einzureden. Doch Carina Winter reagiert nicht – sie springt in den Tod.

Für die Polizei ist der Fall klar und wird zu den Akten gelegt. Wenige Tage später erschüttert Jessen eine weitere Selbsttötung mit ähnlichem Muster. Silvia Fuchs, die beste Freundin von Winter, irrt orientierungslos über die Autobahn und wird überfahren. Zeugen erzählen, dass sie telefoniert habe.

Nun überredet Jessen die Polizei, Ermittlungen aufzunehmen. Hat Fuchs mit Winter telefoniert und wurde von Schuldgefühlen geplagt? Oder gibt es eine dritte Person, zu der beide wenige Minuten vor dem Suizid Kontakt hatten? Der Aufklärung folgt der Krimi „Neben der Spur – Dein Wille geschehe“. Anno Saul („Irre sind männlich“) inszenierte die Adaption des Romans von Michael Robotham. Das Zweite strahlt den Film an diesem Montag um 20.15 Uhr aus.

Jessen vermutet, dass beide Frauen von einem Anrufer in den Suizid getrieben wurden. Das Motiv ist zunächst rätselhaft. Die einzige Spur führt zum Ex-Bundeswehrsoldaten Patrick Friesner, der unübersehbare Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung aufweist und deshalb entlassen wurde. Die Indizien reichen aber nicht aus, Friesner wird wieder aus der Haft entlassen. Der Mörder hat sich indessen schon seine nächsten Opfer im Umfeld der Frauen ausgesucht, deren Lebensumstände er genau ausspäht, um sie zu manipulieren. Dass diese fiese Masche auch ihn treffen kann, muss Jessen schmerzhaft erfahren, als der Psychopath seine Familie bedroht.

„Dein Wille geschehe“ ist der vierte Krimi nach den Bestsellern des in London lebenden Australiers Michael Robotham, die in Bristol angesiedelt sind und fürs deutsche Fernsehen nach Hamburg verlegt wurden. Ulrich Noethen übernahm 2014 in „Adrenalin“ erstmals den Part des Psychiaters, der im Hauptberuf Hochschulprofessor in Hamburg ist. 2016 folgten die Krimis „Amnesie“ und „Todeswunsch“.

Im Fokus der Filme stehen Jessens Engagement und seine Hilfe für die Beamten um Kommissar Vincent Ruiz, aber auch die private Situation von Jessen. Er rutscht in diesem Teil in eine Ehekrise. Doch an diesem Handlungsstrang zeigen sich die ersten Unterschiede zur Vorlage. Im Film vermutet er eine Affäre seiner Frau. Im Buch ist der Psychiater eifersüchtig auf den beruflichen Erfolg seiner Frau.

Aber vor allem beschreibt Robothan den Zustand der Opfer so drastisch, dass es schon an einen Skandal grenzt, dass die Polizei nicht ermittelt. Hier ist die Änderung vor allem dem Fakt geschuldet, dass der Psychiater im Original mit einem pensionierten Cop zusammenarbeitet, in Hamburg aber mit ermittelnden Beamten.

So wird aus Robothans englischem Roman, dessen Ermittlerduo an den Einzelgänger Holmes und dessen besten Freund Watson erinnert, ein solide inszenierter, spannender deutscher TV-Krimi, in dessen Zentrum die von einem Psychiater begleiteten Ermittlungen stehen.

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