[SPITZMARKE]HAMBURG - HAMBURG/DPA - Der Fernsehjournalist Thilo Koch ist – wie erst gestern bekannt wurde – am Dienstag im Alter von 85 Jahren in seinem Wohnort Hausen ob Verena (Baden-Württemberg) gestorben. Koch gehörte zu den „Männern der ersten Stunde“ beim früheren Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) und beim NDR, heißt es in einer Mitteilung des NDR. Er war u. a. Gründer des „Weltspiegels“ in der ARD und wurde Anfang der 60er-Jahre der erste Washington-Korrespondent der ARD.
NDR-Intendant Jobst Plog würdigte Koch als einen der großen Fernsehpioniere, der den Zuschauern mit seinem markanten Reportagestil neue Einblicke in für sie bis dahin weitgehend unbekannte Welten ermöglichte.
„Thilo Koch wurde zum Vorbild für nachwachsende Journalisten-Generationen, die von ihm neben der Beherrschung des Handwerks eine gehörige Distanz zu sich selbst, feine Ironie und die nimmermüde Lust an der Beobachtung lernen konnten.“
Begonnen hatte Kochs Karriere, der am 20. September 1920 in Canena bei Halle/Saale geboren wurde, nach Kriegstdienst und Studium in Berlin, wo er zunächst als freier Mitarbeiter verschiedener Zeitungen und als Rundfunkredakteur arbeitete.
1954 wurde er Leiter des Berliner Studios des damaligen NWDR. Parallel dazu war er Berlin-Korrespondent für die Wochenzeitung „Die Zeit“. Von 1958 an arbeitete er für das Fernsehen.
Er drehte insgesamt mehr als 150 Dokumentarfilme, kommentierte Ereignisse wie die Berlin-Konferenzen der 50er-Jahre, die erste Moskau-Reise von Konrad Adenauer 1955, Hochzeiten in Königshäusern oder die Jahresrückblicke der „Tagesschau“, so der NDR.
Kochs Kommentar über die Beisetzungsfeierlichkeiten für John F. Kennedy war 1963 im deutschen Fernsehen die erste Live-Übertragung via Satellit überhaupt. Er arbeitete als Reporter, Feuilletonist, Kommentator und verfasste 29 Bücher.
Auch bei den Olympischen Spielen 1972 in München war er als Kommentator tätig. Thilo Koch war 36 Jahre lang – bis 1982 – für den NDR tätig.
