St. Andreasberg - „Lieber Simon, wenn du diese Zeilen ließt, bin ich tot.“ Mit diesen Zeilen beginnt der Brief, den das Opfer eines Autounfalls Frank Koops gegeben hat – kurz bevor es starb. Mit im Umschlag: die Fotos von zwei Frauen – die eine jung, die andere alt. Und der Teil eines Codes, den der Empfänger mit den Teilen der beiden Frauen zusammensetzen soll. Nun sitzt Polizist Koops in seiner Wache im St. Andreasberg und grübelt über das Rätsel.
Und wieder einmal wird die beschauliche Idylle im Harz getrübt, ja mehr noch: Es wird scharf geschossen. Unter anderem ist ein Scharfschütze ebenfalls auf der Suche nach des Rätsels Lösung – und ballert vom Hochhausdach auch mal quer durch die Straßen des kleinen Örtchens. Dass der vierte Teil der Reihe „Harter Brocken“ mit dem Titel „Geheimcode“ wieder einmal mehr ist als eine Provinzposse, zeigt das Erste an diesem Donnerstag (20.15 Uhr).
Mit der Zeit werden Bezüge zur Pharmaindustrie klar. Und nach diversen Schusswechseln und einem entscheidenden Überraschungsmoment ist auch das Rätsel geknackt. Da bekommt der Film eine höchst moralische Note. Plötzlich geht es um die Frage, ob man zur Rettung von Menschenleben das Leben anderer aufs Spiel setzen darf. Klingt vielleicht etwas abgehoben, fügt sich aber ganz gut in die Geschichte.
Das Erste zeigt die Reihe seit 2015 in loser Reihenfolge. Nach dem Pilotfilm dauerte es mehr als anderthalb Jahre, bis die Teile zwei und drei folgten – dann mit einem Monat Abstand. Aljoscha Stadelmann spielt den wie immer völlig entspannten Dorfpolizisten großartig. Seine trockenen Sprüche sind oft amüsant. So entgegnet er, als einem Freund ins Bein geschossen wird: „Hör’ mal auf zu jammern.“ Als seine Kollegin einen Platten hat, rät er: „Konfiszier’ dir was Schönes.“ Als er von einem Forschungsprojekt zur Darmflora von Pudeln erfährt, kommentiert er: „Hm, Sachen gibt’s.“ Und er offenbart seltene Einblicke ins Privatleben: „Ich hab’ nicht geheiratet, weil die guten Mädchen waren alle vergeben. Und dann kamen nur noch böse Mädchen.“ Trotz alledem bewahrt er in bewährter Manier den Durchblick.
