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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Suche nach sagenhaftem Wassermann

23.11.2015

Lübbenau Der Nix. Ein Wassermann, der zu einem unberechenbaren Dämon werden kann. „Ihm wird nachgesagt, dass er junge Mädchen mit Harfenklängen verführt und in sein Unterwasserreich lockt. Der Nix ist keine lokale Erscheinung, er ist universell“, sagt eine junge Frau in die Kamera. Drei Filmstudenten haben sich im Spreewald einquartiert. Sie wollen berühmt werden mit einem Filmprojekt über die Sagenfigur. Nach einem Unwetter sind sie aber wie vom Erdboden verschluckt. Das ZDF strahlt den neuen „Spreewaldkrimi“ mit dem Titel „Die Sturmnacht“ an diesem Montag (20.15 Uhr) aus.

Der wortkarge Einzelgänger Thorsten Krüger (Christian Redl) hat alle Hände voll zu tun. Sein Wohnwagen, in dem er lebt, steht bedrohlich schief. Überall ist Matsch nach der Unwetternacht. Der Kahn, mit dem der Kommissar fahren will? Voller Wasser. Es gibt ein Fahrverbot auf dem kleinteiligen Wassernetz, was Krüger aber nicht juckt.

In einem kleinen Ferienhaus mitten im Wald steht Polizist Fichte (Thorsten Merten). Die Filmstudenten sind verschwunden – Auto und Laptop sind aber noch da. Auch in der achten Episode der Krimireihe zieht der Polizist wieder schnelle Schlüsse: „Ich glaub“ nicht, dass denen was zugestoßen ist. Das ist inszeniert.“ Die Filmclips auf dem Laptop führen Krüger auf die Spur der Gruppe. Eine Frau, die in dem Ferienhaus putzt, gibt mit auf den Weg: „Jedes Kind weiß, dass man sich mit dem Nix nicht anlegen sollte.“

Dass an dem Filmprojekt etwas faul ist, wird schon zu Beginn klar. Die zwei Männer bewahren ein Geheimnis vor ihrer Kommilitonin, das erst im späteren Verlauf des Krimis gelüftet wird.

Die Fäden laufen bei einer Familie im Spreewald zusammen, die einen Hof besitzt. Der Mann war früher mit einer anderen Frau verheiratet, die mit einer Freundin vor 15 Jahren spurlos verschwand. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Krüger wälzt die alten Ermittlungsakten. Polizist Fichte fühlt sich auf den Schlips getreten. „Wir haben damals gute Arbeit geleistet“, sagt er über die Ermittlerarbeit.

Es ist die Einsamkeit, das Mythische und der innere Konflikt, was das Krimi-Format ausmacht und in der achten Episode wieder scharf herausgearbeitet wird. Christian Redl (67, „Der Untergang“, „Der Hammermörder“) vereint das alles in seiner Mimik. Im Off hört man Krügers Stimme: Dämonen vergessen nie. Sie rufen nicht, sie finden dich. Nur eine Kollegin lässt der Kommissar an sich heran und trinkt mit ihr einen Schnaps auf Klappstühlen vor dem Wohnwagen.

Das ZDF setzt weiter auf das Krimi-Format. Die Dreharbeiten zur neunten Folgen wurden unlängst beendet. 2016 soll der Film mit dem Arbeitstitel „Das Duell im Moor“ ausgestrahlt werden. Darin geht es um einen Bundeswehrsoldaten, der aus Afghanistan zurückkommt.

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