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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Superschurke mit tausend Gesichtern

08.01.2014

Paris Vor 100 Jahren war Fantômas erstmals im Kino zu sehen. Fünf französische Filme über den Superschurken gab es zwischen 1913 und 1914. Anlässlich des runden Geburtstags wurden die ersten Fantômas-Filme nun mit viel Aufwand restauriert.

Komponist Yann Tiersen („Die fabelhafte Welt der Amélie“, „Good Bye Lenin!“), steuerte die Musik bei. Arte strahlt die restaurierten Fassungen der Stummfilme in der Nacht zu Sonntag ab 0.00 Uhr und in der Nacht zu Montag ab 0.35 Uhr aus.

Fantômas ist stumm, und seine Welt ist schwarz-weiß. Louis Feuillade hat die fünfteilige Kinoserie kurz nach dem Erscheinen der 32 Serienromane des Autoren-Duos Paul Souvestre und Marcel Allain gedreht. Sie ist die erste Verfilmung des Roman-Finsterlings.

Seitdem hat sich der Maskenmensch durch viele Filmversionen geschlichen. In Deutschland wurde der Gesetzlose in den 60er Jahren durch die Komödien „Fantomas“ (Im Deutschen damals ohne Akzent über dem o), „Fantomas gegen Interpol“ und „Fantomas bedroht die Welt“ bekannt. Darin spielt Jean Marais den Superverbrecher, dem der trottelige Kommissar Juve, verkörpert von Starkomiker Louis de Funès, verzweifelt auf den Fersen ist.

Mit der Romanvorlage haben viele der Verfilmungen nur noch wenig gemeinsam. Die originalgetreuste Interpretation ist die der Filme von Feuillade. „Im Schatten der Guillotine“, „Juve gegen Fantômas“, „Ein mörderischer Leichnam“, „Fantômas gegen Fantômas“ und „Der falsche Ermittler“ heißen die fünf Filme, die Arte in restaurierter Version und mit Musik von Tiersen im Nachtprogramm ausstrahlt. Der mysteriöse Bösewicht wird von René Navarre gespielt, einem der größten Stars des französischen Stummfilmkinos.

Zum 100. Geburtstag hat Gaumont, das älteste heute noch tätige Filmproduktionsunternehmen der Welt, den Stummfilm aufwendig restauriert, denn Feuillade hatte damals die Fantômas-Filme genau für diesen Konzern gedreht. Dabei wurde auf das Originalnegativ zurückgegriffen, das in der staatlichen Filmförderungsinstitution CNC aufbewahrt wird.

Stellen, die unbrauchbar waren, weil sich der Nitrofilm zersetzt hatte, wurden durch zwei historische Verleihkopien ersetzt. Das so zusammengesetzte Material wurde digital bearbeitet.

Das Ergebnis ist eine hervorragend restaurierte Fassung, zu der Tiersen mit mehr als 20 Instrumentalisten die Musik beisteuert. Die Musik hinkt der expressionistischen Kraft und der Spannung des Films allerdings etwas hinterher.

Die sechsstündige Uraufführung in Paris war trotzdem im Oktober ein erstaunlich kurzweiliges Vergnügen.

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