Ludwigshafen - So derangiert hat man „Tatort“-Kommissar Mario Kopper alias Andreas Hoppe selten gesehen. Vom Gegner mit einem Revolver k.o. geschlagen, mit Benzin übergossen und mit einer Handschelle an ein Ofenrohr gekettet: So erlebt man den Kollegen der Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) an diesem Sonntag (20.15 Uhr) im neuen Ludwigshafener „Tatort“ im Ersten. Es ist der letzte „Tatort“ mit dem hochgewachsenen Ermittler. Nach 57 Folgen ist für Kopper Schluss, Odenthal macht künftig mit Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) allein weiter.

„Tatort: Kopper“ heißt der Film von Regisseur Roland Suso Richter nach dem Buch von Patrick Brunken. Es geht um die Macht der Mafia, illegale Müllexporte und Mario Kopper. Der Halbitaliener aus Ludwigshafen begegnet seinem Jugendfreund Sandro (Michele Cuciuffo) wieder, der einst nach Sizilien zurückging, sich mit der Mafia einließ und nun in Deutschland ins Zeugenschutzprogramm will. Wegen dieser Freundschaft gerät Kopper in heftige Schwierigkeiten, bis er sich mit den Worten „Lena, wir müssen reden“ der besorgten Odenthal anvertraut. Spannungsreich geht es ins Finale.

Wenn man Hoppe auf den Abschied anspricht, klingen Wehmut und ein Hauch von Bitterkeit mit. Natürlich sei ihm der Ausstieg nach so langer Zeit schwergefallen. Aber das „Ciao-Sagen“ habe sich schon über Jahre hingezogen, weil die Figur vom Südwestrundfunk (SWR) nicht mehr gewollt oder gefördert worden sei. „Der Schmerz findet da schon statt“, sagt er. „Ich mochte die Figur sehr, deshalb habe ich sehr darum gekämpft und versucht, sie zu verteidigen und zu schützen.“

Die 14 Monate seit dem Ende der Dreharbeiten hat Hoppe nicht ungenutzt verstreichen lassen. So stand er erneut für die ZDFneo-Serie „Blockbustaz“ vor der Kamera, ebenso für die RTL-Serie „Der Lehrer“ und für die Sat.1-Serie „Soko Kölsch“. Auch war er in „Weiser“ dabei, einem ZDF-„Fernsehfilm der Woche“ mit Joachim Król. Nach dem 2009 veröffentlichten Buch „Allein unter Gurken“ über regionales Essen kam im September das von Hoppe und Cettina Vicenzino verfasste „Sizilien-Kochbuch“ heraus. Er ist damit auf Lesereise und freut sich über die Resonanz. „Das macht voll Spaß!“

Kann er sich nochmal einen Auftritt im „Tatort“ vorstellen, eventuell als Gast? Die Frage regt die Fantasie des temperamentvollen Mannes an. Vielleicht in einem neuen Format, vielleicht auf Sizilien, vielleicht ein Sizilien-„Tatort“, sagt er. „Kopper meldet sich zurück und ermittelt auf Sizilien. Ich fänd’ das ja toll.“