• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 6 Minuten.

Neue Bundesregierung
Grüne stimmen Koalition mit SPD und FDP zu

NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Unterhaltung: Traumland mit Widerhaken

26.07.2010

HAMBURG Bücher, nichts als Bücher. Eine ganze Stadt voll. Das gibt es. Oben in Norwegen, im 250-Seelen-Städtchen Fjaerland an einem Nebenarm des längsten aller Fjorde, am Sognefjord. Die Uferstraße entlang reiht sich hier ein Antiquariat ans andere, und in einer Ecke lehnt Schauspielerin Senta Berger und freut sich: „Simone Signorets Memoiren. Die habe ich schon lange gesucht.“ Einige Regale weiter wühlt ihre Filmtochter Sandra Borgmann in den Beständen: „Hier müsste man Tage verbringen.“ Aber dazu fehlt die Zeit. Schließlich soll hier in Norwegens „Bücherdorf“ ein Film entstehen, „Das Ende der Eiszeit“.

Melodramen

Norwegen als neu entdeckte Filmkulisse: Schon im vergangenen Jahr drehte die ARD-Filmtochter Degeto zwei Filme, mit dem leicht zuckrigen Reihentitel „Liebe am Fjord“ und dem obersten Gebot: keine andere Inga Lind­ström (ZDF) bitte! Nicht noch eine filmische Mehlspeise mit viel Schlagsahne dabei. Und auch ein anderes Pilcher- Cornwall muss das Land der Fjorde und Gletscher nicht werden. Norwegen ist düsterer, archaischer. „Hier passen keine Romanzen hin, mehr Melodramen“, sagt Produzentin Sabine Timmermann.

Eben solche wie die zwei weiteren in diesem Sommer entstehenden Norwegen-Filme, voll starker Frauen und feindlicher Familien, die erst wieder in Liebe zueinanderfinden müssen. So beim „Ende der Eiszeit“, wo eine solche starke Frau um die Liebe ihrer Tochter ringt. Und einen autistischen Sohn hat sie auch noch. Thure Lindhardt spielt ihn, eine Entdeckung aus Dänemark. Senta Berger ist seine Mutter.

Regisseur Jörg Grünler hatte schon vor dem „Ende der Eiszeit“ „Das Meer der Frauen“ mit Floriane Daniel und Muriel Baumeister inszeniert, das Duell zweier ungleicher Schwestern. Nun, nach Drehschluss, sieht er auf die grandiose Felsenkulisse. Ein Traumland, aber eines mit Widerhaken, und „leben, nein, das könnte ich hier nicht“. Dafür ist es ihm zu unkommunikativ, „sehen Sie sich um, kein Restaurant, kein Café irgendwo“.

Die Umstehenden nicken: „Du brauchst schon einen Bunsenbrenner, das norwegische Gemüt zu erwärmen“, und ein anderer hat erfahren: „Das Beste bei Kontakten ist, man hat eine Großtante, die mit der Großtante des anderen in die gleiche Schule ging. So kommt man am ehesten ins Gespräch.“

Herausforderung

Auch die norwegische Nonchalance im Umgang mit Zeit und Raum ist gewöhnungsbedürftig: „Wir öffnen, wenn wir kommen. Wir schließen, wenn wir gehen“, steht an mancher Ladentür, und die Nachricht, 60 Kilometer weiter hätte gerade eine Tankstelle auf, löst im Team eine kleine Panik aus: Alles will hin, die seltene Gelegenheit zu nutzen.

Norwegen ist schwierig, Norwegen ist teuer. Der Euro sinkt im Kronenkurs. Aber das nimmt bei der Studio Hamburg Produktionsgruppe der Geschäftsführer Michael Lehmann als eher produktive Herausforderung: „Wir müssen eben noch akribischere Vorarbeit leisten und dürfen uns nicht von norwegischen Schwierigkeiten überraschen lassen wie noch im vergangenen Jahr.“ Da war es ein bisschen naiv zugegangen, im sicheren Gefühl, an einem norwegischen Fjord zu drehen sei im Prinzip nicht anders als am Timmendorfer Strand.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.