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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

NDR-Magazin Visite feiert Jubiläum: Hilfe für große und kleine Wehwehchen

15.01.2021

Hamburg /Rostock Die Moderatorin des NDR-Gesundheitsmagazins „Visite“, Vera Cordes, bekommt Gänsehaut, wenn sie an die Begegnung mit einer Zuschauerin in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern) zurückdenkt. „Wenn ich Ihre Sendung nicht gesehen hätte, hätte man mir das Bein abgenommen“, habe die Frau gesagt, erinnert sich Cordes.

Eine Sendung zuvor sei der dringende Rat ergangen, vor einer Amputation als Folge schwerer Gefäßverschlüsse noch einen Spezialisten zurate zu ziehen. Der habe dann tatsächlich zwei Arterien-Verengungen gefunden, die geweitet werden konnten. Das Bein war gerettet. Am 21. Januar feiert die Sendung ihr 50-jähriges Bestehen.

Ratschläge von Experten

Begegnungen wie in Boizenburg habe es im Laufe der Jahre immer wieder gegeben. Doch die positiven Reaktionen auf die dienstagabends ausgestrahlte Sendung seien immer ein Gradmesser, ob die mit vielen Wissenschaftsjournalisten besetzte Redaktion das richtige Näschen für die fünf bis sieben Themen pro Sendung hatte. „Wir möchten den Zuschauern Ratschläge an die Hand geben, mit denen sie ihre Krankheiten besser bewältigen oder besser mit ihnen leben können“, fasst die Journalistin zusammen.

Ursprung in der DDR

Da geht es von den einfachen und sich wiederholenden Themen wie Krampfadern, Tabletteneinnahme oder Stärkung des Immunsystems bis hin zu Themen, bei denen der Stand der Wissenschaft vermittelt wird. Das I-Tüpfelchen­ bei den Reaktionen sei, wenn Ärzte kommen und sagen: „Damit seid Ihr richtig weit vorn.“

Seit 23 Jahren wird die mehrfach ausgezeichnete „Visite“ von Cordes moderiert, durchschnittlich sind bundesweit 1,2 Millionen Zuschauer dabei. Kaum jemand weiß, dass die Sendung 50 Jahre alt ist und ihren Ursprung im DDR-Fernsehen hatte. Produziert wurde damals in Rostock nach einem vergleichbaren Muster, wie Siglind Zettl berichtet. Sie war von 1973 bis 2006 als Autorin, Redakteurin und schließlich auch als Redaktionsleiterin für „Visite“ tätig.

„Auch damals ging es um Kinderkrankheiten, Magengeschwür oder Fußpilz über Gesundheitsvorsorge und Impfen bis zur Nierentransplantation“, erzählt Zettl. Es gab einen Beirat aus 35 Medizinern verschiedenster Fachbereiche. „Berichtet wurde in der Sendung über Erkenntnisse aus der DDR und dem sozialistischen Ausland, nicht über die aus dem Westen.“ Vorgaben habe es keine gegeben, sagt Zettl, aber das unausgesprochene Verbot, über bestimmte Themen zu berichten: Alkoholismus, Geschlechtskrankheiten oder Homosexualität.

Redaktionen vereint

Auch nach der Wiedervereinigung wurde „Visite“ aus Rostock fortgesetzt, parallel dazu gab es den „ARD-Ratgeber Gesundheit“. 1999 wurden beide Redaktionen in Hamburg zusammengelegt, der Name „Visite“ setzte sich durch. Das heutige Konzept beruhe auf größtmöglicher Abwechslung. „Wir versuchen, die Komplexität eines Themas auf ein verständliches Maß zu reduzieren, ohne dass etwas falsch wird – das gelingt dank der jahrelangen Erfahrung“, sagt Cordes.

Animationen für wissenschaftliche Details gehörten dazu wie die Geschichten von realen Patienten. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, nicht zu viel Hoffnung zu schüren.“

NWZonline.de/gesundheit
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