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Tv-Krimi: Von teurem Wein und enttäuschter Liebe

06.02.2015

Konstanz Es geht um sündhaft teuren Wein, um eine heimliche Liebschaft der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, um enttäuschte Gefühle – und natürlich um einen Mordfall. Die Ermittlungen im neuen Bodensee-„Tatort“ führen die Konstanzer Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) zu Verstrickungen, die ihre Wurzeln mitten in der badischen Revolution von 1848 haben. Das „Erste“ zeigt „Château Mort“ an diesem Sonntag (20.15 Uhr).

Zu Beginn stoßen Blum und Perlmann am Bodenseeufer auf die Leiche von Enrico Schmitz; und in seinem Rucksack auf eine Flasche Wein, die sehr alt zu sein scheint. Sie lassen den Fund von einem Schweizer Weinkenner überprüfen, der wiederum mit Wein aus dem Besitz der Dichterin Droste-Hülshoff (1797–1848) Schlagzeilen machte. Parallel dazu ist Mattheo Lüthi, Perlmanns und Blums Schweizer Kollege, deutschen Steuerflüchtlingen auf der Spur, die einen solchen Wein kaufen, um ihr in der Schweiz gelagertes Geld unauffällig anzulegen. Schnell wird klar: Mord und Steuerdelikte könnten zusammenhängen.

Bei den Recherchen fällt Perlmann auf, dass sich das Mordopfer auffallend stark für Droste-Hülshoff interessierte. Er arbeitet sich immer tiefer ein in die Erzählungen und Briefe rund um die Dichterin, die ihre letzten Lebensjahre in Meersburg am Bodensee verbrachte. Dabei stößt Perlmann auf ein pikantes Geheimnis: Droste-Hülshoff hatte einen deutlich jüngeren Liebhaber, der die badische Revolution unterstützte...

Klara Blum konzentriert sich währenddessen auf den Mordfall in der Gegenwart – und kommt dabei erst ins Grübeln über ihre eigene Einsamkeit und dann ihrem Kollegen Lüthi überraschend nahe. Mit aller Macht stürzt Blum sich in die aufkeimenden Gefühle (wunderbar gespielt von Eva Mattes). Die sonst so disziplinierte Kommissarin bekommt etwas mädchenhaft Leichtes, das zugleich auch ein wenig albern wirkt: Verliebte können eben manchmal auch ein bisschen peinlich sein.

Aber als Klara Blum eine Kette von Lüthi bei dessen Schweizer Kollegin sieht, begreift sie plötzlich. Viel sagen muss sie nicht: Eva Matthes gibt ihrer Figur eine solch intensive Mimik, dass sich die enttäuschten Gefühle nur allzu deutlich auf dem Gesicht widerspiegeln.

„Château Mort“ ist der erste Bodensee-„Tatort“ nach der Ankündigung des SWR im Dezember, diesen 2016 auslaufen zu lassen. Die Entscheidung sei gemeinsam mit den Hauptdarstellern getroffen worden, teilte der SWR mit.

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