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Programmgestaltung: Vorgängerin kommt als Nachfolgerin

10.06.2015

Berlin Die ARD hat Spekulationen rund um die Nachfolge von Günther Jauch (58) mit einer zügigen Entscheidung beendet. Nur vier Tage nach Jauchs Ankündigung, sich Ende 2015 nach gut vier Jahren vom Vorzeige-Sendeplatz am Sonntagabend zu verabschieden, sprachen sich die ARD-Intendanten am Dienstag für Jauchs Vorgängerin Anne Will (49) als dessen Nachfolgerin aus. Sie hatte bereits von 2007 bis 2011 den Top-Talk-Platz um 21.45 Uhr mit ihrem Polittalk bestritten.

Zusammen mit der Personalentscheidung für die erfahrene Abendtalkerin, die gegenwärtig immer mittwochs um 22.45 Uhr auf dem Bildschirm zu sehen ist, stellte die ARD noch eine andere wichtige Weiche: Ab 2016 wird die Zahl der wöchentlichen Talkshows von vier auf drei reduziert werden. Künftig sind nach „Anne Will“ nur noch „Hart aber fair“ am Montag mit Frank Plasberg und „Menschen bei Maischberger“ am Dienstag mit Sandra Maischberger im Programm.

Die ARD war vor rund vier Jahren stark wegen ihrer Programmpolitik von ihren Kritikern ins Visier genommen worden. Zu viele Talks, zu viele Themenüberschneidungen, immer wieder dieselben Gäste lauteten einige der Vorwürfe. Auch die ARD-internen Gremien beschwerten sich über die Talkfülle. Das Klima verbesserte sich erst, als der quotenschwache Reinhold Beckmann im vergangenen Oktober vom Donnerstagabend zurücktrat.

Offen bleibt die weitere Ausrichtung des ARD-Programms auf dem frei werdenden Sendeplatz am Mittwoch. Vorstellbar ist, dass mehr Dokumentarfilme gesendet werden, um einer kürzlich entbrannten Diskussion den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die AG Dok, der Zusammenschluss der deutschen Dokumentarfilmer, hatte der ARD Geldverschwendung in Millionen-Höhe im Zuge der vorzeitigen Beendigung von Thomas Gottschalks Vorabendtalk vorgeworfen. Zumindest an dieser Front dürfte es ruhiger werden, sollten mehr Aufträge in die Dokuszene wandern.

Anne Will wird sich nun wieder stärker als zuvor in den Sog von politischen Begehrlichkeiten begeben. Denn für die politischen Parteien ist es wichtig, auf dem quotenstarken Sendeplatz nach dem „Tatort“ Präsenz zu bekommen. Das Gute an Will: Sie ist erfahren genug, um zu wissen, wie sie Politiker, die Parteiprogramme runterrattern wollen, in den Griff bekommt.

Sie muss sich allerdings auch an Jauchs Quoten messen lassen, der auch schon mal 6,7 Millionen Zuschauer (zum Fall Uli Hoeneß) hatte.

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