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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Tätersuche unter Cowboys und Indianern

28.12.2018

Weimar Wer hat den Häuptling von „El Doroda“ auf dem Gewissen? Die Suche nach der Antwort auf diese Frage führt das Weimarer „Tatort“-Ermittlerpaar Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) geradewegs in einen Western. Für den Zuschauer sind das beste Voraussetzungen, um am Neujahrsabend, 1. Januar, um 20.15 Uhr im Ersten beim Finden von Genrezitaten zu überprüfen, ob es alle Gehirnzellen mit ins neue Jahr geschafft haben. Denn neben den üblichen Weimar-Zutaten aus aberwitzigem Plot, schrägen Vögeln, trockenem Humor und absurden Dialogen werden dieses Mal jede Menge Verweise aus Filmklassikern mit in den Topf geworfen.

„Der Western war ein Wunsch von Nora Tschirner, die eine begeisterte Westernreiterin ist und von Square Dance bis zu anderen Western-Tänzen alles beherrscht. Sie hatte uns regelrecht angefleht, wir mögen ihr doch einen ,Tatort’ im Western-Milieu schreiben“, erklärt Drehbuchautor Andreas Pflüger die Motivation für die Filmidee.

Und so ist es auch Tschirners Kommissarin Dorn, die als Undercover-Cowgirl in der von Hobbyisten bevölkerten Westernstadt auf Mördersuche geht. Währenddessen darf sich Partner Lessing mit einer nicht minder verdächtigen eiskalten Immobilienmogulin und ihrem lederbeklufteten Muttersöhnchen herumplagen.

Auch eine kleine Mauerschau in das Privatleben des Ermittlerpaars ist wieder drin: Die Schwiegermutter mit Putzfimmel kündigt sich an. Aber die kann wenigstens auf den Spross der Kommissare aufpassen. „Das Kind war ja nicht geplant“, sagt Murmel Clausen, der mit Pflüger die Skripte schreibt. „Wir hatten damals einen Anruf bekommen, dass Nora Tschirner zu Drehbeginn hochschwanger sei. Das konnte man auch wirklich nicht überspielen.“ Also sei der Junge eben oft bei der Oma.

Dass das Pärchen Dorn und Lessing in seinem achten Fall ermittelt, war nicht absehbar. Denn ursprünglich sollten die einstigen MTV-Moderatoren Tschirner und Ulmen nur einen Einsatz in einem Event-„Tatort“ haben. Und auch die Reaktionen auf die Weimarer sind längst nicht immer nur positiv – trotz guter Quoten. Das wissen auch die Autoren: „50 Prozent der Zuschauer regen sich über unseren Weimar-,Tatort’ auf und hassen unsere Filme“, sagt Clausen, der auch am Drehbuch zu Michael „Bully“ Herbigs „Der Schuh des Manitus“ mitarbeitete. „Aber wir polarisieren gern und wenn sich das Elend dieses Mal aus einer Westernstadt in Thüringen ergibt, dann ist das eben so.“

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