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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Tv-Serie: Zwischen Intrige und Herzlichkeit

02.05.2017

München Der Kaltenthaler Bürgermeister Wolfgang Wöller hat mal wieder hochtrabende Pläne. Ein Spielcasino soll her, damit er endlich auch mal als erfolgreichster Bürgermeister Bayerns mit dem Goldenen Bierkrug ausgezeichnet wird. Der beste Standort ist dafür in seinen Augen das Kloster. Alles beim Alten also in der ARD-Serie „Um Himmels willen“. An diesem Dienstag startet um 20.15 Uhr im Ersten die 16. Staffel mit 13 neuen Folgen. Janina Hartwig als Schwester Hanna kämpft wieder für ihr Kloster, und Fritz Wepper macht ihr als Wöller das Leben schwer.

Auch nach rund 17 Jahren hat Wepper an seiner schlitzohrigen, ränkeschmiedenden Figur großes Vergnügen. „Es macht Spaß, weil diese Figur aus meiner Sicht komödiantisch ist.“ Weppers Vorbild: der Schauspieler Walter Matthau, der mit Jack Lemmon wunderbare, amüsante Filme drehte wie „Ein seltsames Paar“. „Für mich ein geniales Vorbild, der geht todernst durch alle Situationen und ist dabei einfach großartig komödiantisch.“

Mit seinem polternden Lokalpolitiker trifft der 75-Jährige offenbar den Nerv der Zuschauer, auch nach vielen Jahren landet die Reihe bei den Einschaltquoten auf den vordersten Plätzen. Wepper glaubt, dass das nicht nur am augenzwinkernden Humor liegt, sondern auch an der Authentizität. Landräte oder Bürgermeister sagten ihm immer wieder: „Genauso ist es“.

Typisch bayerische Spezl­wirtschaft eben, die Janina Hartwig als resolute und schlaue Schwester Hanna beharrlich aufzudecken versucht. Dass Wöller dabei kräftig austeilt und sich auch mit seinen Parteifreunden und Vorgesetzten anlegt, steigert seine Sympathiewerte, glaubt Wepper. „So würden die Zuschauer vielleicht mitunter auch gerne mit ihrem Chef umgehen.“

Bei so viel Erfolg für die ARD offenbar keine Frage, das beliebte Format fortzusetzen. Während die neuen Folgen ins Fernsehen kommen, sollen schon die Dreharbeiten für die 17. Staffel beginnen.

Wepper will wieder dabei sein, auch wenn manche schon das Aus der Reihe befürchtet hatten. Denn im Winter war der Münchner bei einem geplanten Eingriff an den Herzklappen operiert worden. „Das war keine Notoperation, aber sie war notwendig“, betont Wepper. „Ich habe bis vier Tage vor meiner Operation noch gedreht, aber dann war ich froh, dass ich eine längere Pause hatte.“ Mittlerweile hat er sich erholt, mit Reha und Sport und bei Spaziergängen mit seinem Hund Aron.

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