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NWZonline.de Fitness

Blasenfreier Spaß am Fuß

18.05.2019

München Die teure Funktionsjacke ist womöglich verzichtbar. Ebenso wie das Hightech-Navigationsgerät. Woran Wanderer allerdings nicht sparen sollten, sind gute Schuhe. Die Vielfalt an Modellen mit Einsatzgebieten von Wald und Wiese bis Matterhorn ist riesig. Welcher Schuh taugt für den persönlichen Anspruch?

Der renommierte Hersteller Meindl hat vor vielen Jahren ein System entwickelt, um Schuhe nach Einsatzzweck zu klassifizieren. So gibt es Modelle mit den Nummern A, A/B, B, B/C und D.

„Die Kategorien sind nicht in Stein gemeißelt. Das ist keine DIN-Norm“, schränkt Franz Güntner vom Deutschen Alpenverein (DAV) ein. Doch auch andere Hersteller und Händler orientieren sich an dem System.
 Kategorie A – der Freizeitschuh: Dieses flache Alltagsmodell ist mehr sportlicher Turnschuh als echter Wanderschuh im klassischen Sinne. Meindl beschreibt die Einsatzgebiete mit „Freizeit, Alltag, Reise, Walking“.
 Kategorie A/B – das Einstiegsmodell: Modelle dieser Kategorie eignen sich für Flachland-Wanderungen und Touren im Mittelgebirge und in den Voralpen auf ausgebauten Wegen. Die Schuhe haben bereits einen höheren Schaft. „Wer einmal um den Tegernsee wandern will, für den reicht ein Schuh der Kategorie A oder A/B“, sagt Bene Benedikt, Chefredakteur der Zeitschrift „Alpin“.
 Kategorie B – der klassische Trekkingschuh: Dieser Schuh wird für „leichte Trekkingtouren“ im Gebirge und anspruchsvolle Mittelgebirgs-Wanderungen empfohlen. Darunter fällt zum Beispiel meist auch die Wanderung zu einer Hütte. Der hohe Schaft und die festere Verarbeitung bieten soliden Schutz vor dem Umknicken auch auf schlechteren Wegen und Steigen. Güntner nennt den Schuh einen „klassischen Allrounder“ für weniger Erfahrene.
 Kategorie B/C – der ambitionierte Wanderschuh: Ganz grob ließe sich sagen: B heißt Trekkingstiefel, C heißt Bergstiefel. Anspruchsvolles Trekking, „mittlere Alpin-Einsätze“ und Klettersteige gelten als mögliche Einsatzgebiete.

Der Unterschied zwischen B und B/C liegt Benedikt zufolge in der Stärke und Dämpfung der Sohle. Für Hüttenwanderungen rät der Experte eher zu einem Schuh der Kategorie B/C: „Auf Höhenwegen kann auch mal ein Schneefeld zu queren sein, da braucht es besonders guten Halt. In solchen Fällen hilft mir ein etwas festerer Schuh.“
 Kategorie C – der alpine Bergstiefel: Diese Modelle empfiehlt Güntner für Bergfreunde, die auch Hochtouren jenseits der 3000 Meter unternehmen. Solche Touren führen über Gletscher, also braucht es gut sitzende Steigeisen. Trekkingstiefel der Kategorie B sind nur bedingt steigeisenfest.

„Hier verlassen wir den Komfortbereich des Bergwanderns und wenden uns dem Bergsteigen zu“, ordnet Benedikt ein. Von einem Stiefel der Kategorie C könne man auch einen Geröllschutz erwarten, also eine Art Gummikappe, die um den Schuh herumläuft und das Gewebe schützt.
 Kategorie D – der Profi-Stiefel für extreme Touren: Diese Bergstiefel sind so fest, dass sich die Sohle praktisch gar nicht mehr abrollen lässt. Vorn und hinten gibt es eine Vertiefung für vollautomatische Steigeisen, die dadurch noch besser sitzen. Einen Schuh der Kategorie D brauchen laut Güntner nur Bergprofis, die herausfordernde Touren in Fels und Eis machen – wie das Matterhorn.

Und welches Modell passt nun zu mir? Benedikt rät im Zweifel dazu, den etwas höheren und festeren Schuh zu wählen – allein aus Sicherheitsgründen. Zu schwer sollte ein Wander- oder Bergschuh aber auch nicht sein: „Der Schuh muss am Fuß Spaß machen“, sagt Benedikt.

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