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NWZonline.de Freitag für Meinung

#CSYOU – Wie sich die CSU im Internet blamiert

13.09.2019

Am 31. August 2019 finden die knapp dreitausend Abonnenten des YouTube-Kanals „CSU im Bundestag“ ein etwas außergewöhnliches Video in ihrer Abo-Box. „NEU! #CSYOU – Episode 1“ ist etwa fünf Minuten lang und erscheint wie eine verspätete Antwort auf das Video des Youtuber Rezo. Eine Antwort, die den Namen nicht im Geringsten verdient hat.

Lennart Münstermann (19) ist SPD-Mitglied, engagiert sich in der Olmun, der Simep Oldenburg und bei Fridays for Future. (Foto: Torsten von Reeken)

Begrüßt werden wir von Armin, CSU-Mitglied und laut seinem Twitter-Account zuständig für Digitale Kommunikation der CSU im Bundestag. Der „Aufreger der Woche“ dient als Einstieg in ein als neutral und sachlich verpacktes Meinungssprachrohr einer Partei, die vom Internet ungefähr genau so viel Ahnung hat wie ein Kleinkind vom Autofahren. Greta Thunberg, die aus Prinzip nicht mit dem Flugzeug geflogen, sondern eben über den Atlantik gesegelt ist, ist vor wenigen Tagen in New York angekommen, und die CSU nutzt diese Gelegenheit einmal mehr, um sich über eine 16-Jährige lustig zu machen und sie zu diskreditieren. Eine 16-Jährige. Weiter geht es gegen die Grüne-Bundestagsfraktion, die mit 126 Starts und Landungen in dieser Legislaturperiode bereits die meisten Einzelflugreisen unternommen haben soll (es sind tatsächlich die pro-Kopf-Flüge, absolut liegen CDU/CSU mit 330 Reisen vorn). Vergleichswerte mit den anderen Fraktionen oder gar Quellenangaben gibt es sowohl hier als auch im restlichen Video oder der Videobeschreibung keine.

Im „Klartext der Woche“ ärgert sich unser neuer bester Freund dann über die Fahnenpolitik der Unteilbar-Demo in Dresden. Auf dieser seien wohl Deutschlandfahnen unerwünscht, linksextreme- und DDR-Symbole aber willkommen gewesen. Und Unrecht hat er damit gar nicht; eine Nationalflagge soll genau das zeigen, was die Demo ausdrücken wollte: Einheit. Als abstraktes Symbol hat es für jeden einzelnen eine immer etwas unterschiedliche Bedeutung, aber für die große Masse etwas Einendes. DDR-Flaggen und Marxismussymbole dagegen eher nicht.

Lesen Sie hier weitere Beiträge von jungen Leuten für „Freitag für Meinung“

Weitergemacht wird dann mit den „Good News der Woche“, die weiter entfernt sind von wirklichen Nachrichten, als die Bundesregierung von der Umsetzung ihrer eigenen Klimaziele. Die Aussage „die GroKo ist besser als ihr Ruf“ klingt eher wie eine Meldung des Postillon als ernstzunehmende Nachrichten, besonders aus dem Mund einer der Regierungsparteien. Ich konnte mich kaum halten vor Lachen. Unterstützt würde diese Aussage von der Bertelsmann-Stiftung, die ja politisch unabhängig und damit auch neutral sei. Dass eben jene Stiftung schon seit Jahrzehnten laufend wegen ihrer aktiven Einmischung in die Bundespolitik kritisiert wird, vergisst Armin praktischerweise.

Etwa zwei Drittel der Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag seien bis jetzt ganz oder zum Teil umgesetzt worden, keine davon bezüglich Klimapolitik. Unter den Teppich gekehrt wird dann auch gleich, wie man in der EU-Urheberrechtsreform den Koalitionsvertrag gebrochen hat.

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Die Ergebnisse findet ihr dann unter „Freitag für Meinung“ auf NWZonline.

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Unter den genannten Punkten findet sich dann auch so etwas wie „Flüchtlingszustrom begrenzen“ und wird damit als Fortschritt deklariert. Ob Foltercamps in Libyen oder ertrinkende Kinder im Mittelmeer jetzt so sehr fortschrittlich sind, lässt sich fast noch diskutieren, aber bei knapp 100.000 Asylanträgen 2019 und keinen 200.000 2018 von einem Zustrom zu sprechen, ist schlichtweg übertrieben.

Inhaltlich macht die erste Folge dieser neuen Reihe also nicht viel her, und auch ästhetisch ist das Video veraltet. Es werden Jumpcuts und Soundeffekte benutzt, die seit 2010 niemand mehr verwendet. Dennoch verspricht man sich davon eine Zuschauerschaft innerhalb der jüngeren Generation. Als Teil eben jener Generation kann ich guten Gewissens sagen, dass so etwas eher abschreckt. Um uns zu gewinnen, braucht man nicht alle fünf Sekunden den Kamerawinkel zu ändern oder störenden Bildeffekte einzufügen. Ein neutraler Hintergrund, eine Person davor, die ruhig und sachlich das Thema erklärt und hin und wieder ein Bild oder eine veranschaulichende Grafik reichen aus. Dafür muss man nicht einmal blaue Haare haben.

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