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NWZonline.de Freitag für Meinung

Darum brauchen wir Sprachtests vor der Einschulung

15.08.2019

Sprachtests vor der Einschulung und besondere Förderklassen für diejenigen, die den Test nicht bestehen; So oder so ähnlich hatte sich das der CDU Politiker Carsten Linnemann vorgestellt, als er gefordert hatte, dass Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen erst später eingeschult würden. Als „Unfug“ und „Stimmenfang im rechten Sumpf“ wurde diese Forderung dann, zum Teil aus der eigenen Partei, bezeichnet, und der Präsident des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) bezeichnete sie als Bankrotterklärung der Politik. Aber ist sie das wirklich?

Lennart Münstermann ist 19 Jahre alt und interessiert sich für Politik, Geschichte, Wirtschaft und Philosophie. (Foto: Torsten von Reeken)

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Annette Widmann-Mauz (CDU) fordert vielmehr eine gezielte Sprachförderung in der Schule, woran es eigentlich auch nichts auszusetzen gibt. Eigentlich, denn wenn die Sprachförderung in der Schule versagt, was sie in unserem Bildungssystem leider viel zu häufig tut, ist das Kind bereits eingeschult und im Kreislauf des Bildungssystems gefangen. Lehrkräfte, die sowieso schon überfordert sind und Schüler*innen, die dem Unterricht entweder sprachbedingt nicht folgen können oder für Sprachübungen verpassen, tragen nicht zu einem integrierten Klassenklima und produktiven Unterrichtseinheiten bei. Auch Klassen mit Deutsch als Zweitsprache, wie sie die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) gefordert hatte, sind eher kontraproduktiv, weil sie diejenigen, die eben nicht so gut Deutsch sprechen von der restlichen klassenübergreifenden Gemeinschaft abgrenzen.

Dieser Beitrag ist auch als Podcast zu hören:

Es wird wohl kaum ein Kind aus Familien ohne Migrationshintergrund in diese Deutschlernklassen kommen, aber Kinder von Geflüchteten oder eben solche mit Migrationshintergrund umso mehr. Diese bleiben dann zunächst unter sich und werden später nur schwierig wieder zu trennen sein. Bundesweite Sprachtests könnten da Abhilfe schaffen, wenn sie denn richtig durchgeführt werden. Sie könnten im Kindergarten einmal jährlich durchgeführt werden, ungeachtet des Alters, sodass schon früh ein fehlender Fortschritt erkannt werden kann.

Freitag für Meinung

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Die Ergebnisse findet ihr dann unter „Freitag für Meinung“ auf NWZonline.

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Sollte dann im Alter von fünf Jahren auffallen, dass ein Kind kaum richtiges Deutsch spricht, könnten bereits erste Ansätze eines Deutschunterrichtes einspringen. Ein bis vier Stunden täglich, je nach Fähigkeiten des Kindes, mit ausgebildeten Pädagogen. Ob das Kind das Anforderungsniveau erfüllt, dürfte aber nicht durch einen simplen Test entschieden werden, sondern schlichtweg nach Einschätzung des zuständigen Pädagogen. So wird die Idee der „nullten Klasse“ in ein Begleitprogramm für Kindergärten, und alle Kinder können mit ihrem gleichaltrigen Freunden eingeschult werden.

Lesen Sie hier weitere Beiträge von jungen Leuten für „Freitag für Meinung“

Wenn eine Grundschulklasse zu einem Viertel aus Schüler*innen besteht, die einfach nicht richtig Deutsch sprechen können, hilft das niemandem. Die Lehrkräfte sind frustriert, weil der Unterricht nicht vorangeht und sie sich mit Kindern herumschlagen müssen, die sie nicht einmal verstehen. Die Kinder sind frustriert, weil sie nicht verstehen, was vor sich geht. Die restliche Klasse ist frustriert, weil sich die Lehrkraft nur auf ein Kind fokussiert. Und ich bin frustriert, weil Politiker*innen einen richtigen und leider notwendigen Vorschlag direkt in der Luft zerreißen – nur weil er der AfD gefallen könnte.

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