• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Zustellung der NWZ verzögert sich
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 3 Minuten.

Probleme Im Druckhaus
Zustellung der NWZ verzögert sich

NWZonline.de Freitag für Meinung

Das spricht für eine „neue Kultur des Sparens“

18.10.2019

Es könnte so einfach und logisch sein: Wer sich Geld leiht, weil er mehr ausgeben möchte als er besitzt, muss für diese Leistung einen Gegenwert erbringen – er zahlt Zinsen. Andersrum wird derjenige belohnt, der weniger ausgibt als er verdient – also spart – und damit sein Geld zeitweise anderen zur Verfügung stellen kann. So einfach wie verständlich war das Bankwesen für Jahrzehnte und Jahrhunderte.

Autor dieses Beitrages ist Adrian Dittrich (18), Abiturient der Liebfrauenschule und Dualer Student der Betriebswirtschaftslehre. (Foto: Torsten von Reeken)

Doch seit die Welt 2008/09 in eine Finanzkrise rutschte und eine Wirtschaftskrise von verheerendem Ausmaß drohte, stellte die EZB die geldpolitische Schule auf den Kopf und senkte peu à peu den Leitzins auf historische null Prozent. Der Zins für Geldeinlagen fiel sogar bis in den Minusbereich und wurde vor wenigen Wochen auf -0,5 Prozent gesetzt. Seitdem kennen wir in der Folgegeneration Zins und Zinses-Zins nur noch aus dem Mathematikunterricht, während wir uns im Idealfall über einen Anerkennungszins von unter einem Prozent auf die ersten ein- bis zweitausend Euro auf dem Sparbuch freuen können.

Was geldpolitisch vor allem kurzfristig noch sinnvoll erscheint, um den Konsum und Investitionen anzustoßen, hält nun schon seit zehn Jahren an und ist mittlerweile äußerst umstritten – besonders auch in der Bankenwelt selbst. Ein Ende dieser Zinspolitik ist dagegen noch immer nicht abzusehen.

Das klassische „Führerschein-Sparen“ oder einfache „Sammeln“ auf dem Sparbuch ist damit so uninteressant wie nie und schon längst zum Auslaufmodell degradiert worden. Für Kleinsparer und jugendliche Existenzen im Aufbau fehlen seitdem augenscheinlich lukrative Alternativen, um den Vermögensaufbau zu fördern, und so liegt das Geld meist noch immer auf nichtsbringenden Sparbüchern und Girokonten.

Lesen Sie hier weitere Beiträge von jungen Leuten für „Freitag für Meinung“

Der CDU-Politiker Friedrich Merz war es, der vor wenigen Monaten eine „neue Kultur des Sparens“ forderte und damit nichts geringeres als die vermehrte Anlage in Aktien und entsprechende Fonds. Und für diese Forderung sprechen gleich mehrere Gründe:

Zum einen natürlich die Renditen. Natürlich ist die Anlage in Aktien risikobehaftet und kein Garant für Renditen, sondern kann andersrum sogar zu Verlusten führen. Dennoch weist allein der DAX langfristig gesehen einen Gewinn von weit über 5 Prozent jährlich auf und liegt damit deutlich über heutzutage üblichen Zinssätzen. Abgesehen davon sind schon Dividenden ein guter Zinsersatz, bei denen 3 Prozent Rendite nicht unüblich sind.

Zum anderen ist die direkte Anlage in Wirtschaftsunternehmen eigentlich naheliegend. Millionen von Menschen arbeiten täglich und tragen damit bei zu großen jährlichen Gewinnen in der Wirtschaft. Sie werden natürlich direkt für ihre Leistung entlohnt, jedoch nur selten am Ende des Jahres am Gewinn beteiligt. Würden Arbeitnehmer einen Teil ihres Gesparten in Kleinstbeteiligungen investieren und damit Kapital bereitstellen, könnten Sie andersrum auch am Gesamterfolg der Wirtschaft, für den schließlich auch sie gearbeitet haben, teilhaben.

Freitag für Meinung

Wir suchen junge, meinungsstarke Autorinnen und Autoren, die jünger als 21 Jahre sind und freitags in der NWZ und auf NWZonline einen Meinungsbeitrag schreiben möchten.

Die Ergebnisse findet ihr dann unter „Freitag für Meinung“ auf NWZonline.

Anmeldungen bitte per Mail an chefredaktion@NWZmedien.de

Für Unternehmen hat die Beteiligung von Beschäftigten noch einen anderen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Schon kleine Beteiligungen sorgen für eine bessere Identifikation mit dem Betrieb. Die Angestellten sehen sich selbst mehr als Teil des Ganzen und arbeiten zusammen bewusster am gemeinsamen Ziel, wovon sie über stabile Kurse und gute Dividenden auch wieder profitieren können. Wie das funktionieren kann, zeigt nicht zuletzt der Oldenburger Fotospezialist Cewe, der über 80 Prozent der Mitarbeiter mit Beteiligungsprogrammen über den Besitz von Aktien direkt beteiligt hat. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft und Gesellschaft könnte sich der verbreitete Besitz von Aktien und damit die weiter gestreute Erfolgsbeteiligung zudem vermindernd auf Ressentiments gegenüber dem Kapitalismus und vermeintlichen Eliten auswirken.

Der Besitz von Aktien und Fonds konnte sich noch nicht flächendeckend durchsetzen, weil noch immer ein eher elitäres Image auf ihm lastet. Dabei gibt es mittlerweile über Online-Broker einfache und günstige Einstiegsmöglichkeiten. Das Angebot an Brokern, die ein kostenloses Depot und Transaktionen für unter zehn Euro anbieten, ist groß und macht damit schon Anlagen im Bereich von wenigen hundert Euro interessant. Natürlich ist ein Grundwissen über den Handel und die damit verbundenen Risiken notwendig, aber über das Internet auch gut erreichbar. Wer nicht selbst so viel Verantwortung übernehmen möchte, kann auch in vielfältigen Fonds anlegen und muss dann selbst keine Entscheidungen mehr treffen. Die Renditen sind durch Verwaltungsgebühren dann zwar etwas kleiner, dafür aber in der Regel stabil und so viel ist nahezu sicher – langfristig bringen sie auf jeden Fall mehr als das Sparbuch.

Ganz klar bleibt, dass Anlagen in Aktien keineswegs ein kompletter Ersatz für Rücklagen auf dem Sparbuch oder Konto sein können. Für nicht dringend benötigte Reserven kann die Wirtschaftsbeteiligung dagegen das richtige Mittel für bessere Renditen sein und ganz nebenbei Wirtschaft und Gesellschaft wieder näher zusammen führen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.