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NWZonline.de Freitag für Meinung

Nach Thüringen – Wie schützen wir unsere Demokratie?

15.02.2020

Stürmisch war es vergangene Woche in der Bundesrepublik, sei es aufgrund des Orkans „Sabine“ oder aufgrund von Herrn Kemmerich. Beide Ereignisse brachten mal kleinere, mal größere Schäden mit sich. Doch das gesellschaftliche Leben geht weiter, so sollten wir uns die Frage stellen: Wer räumt die Bäume von der Straße, welche Thomas Kemmerich mit Hilfe der CDU und AfD zu Fall brachte? Denn diese Bäume liegen zweifelsohne auf der Straße unseres demokratischen Zusammenlebens.

Autor dieses Beitrages ist der Schüler der Graf-Anton-Günther Schule, Patrick Marquardt (18) (Foto: privat)

Vielerorts sprach man von einem ,,Dammbruch”, welcher sich in Thüringen ereignete. Dieses Wort trifft den Nagel nicht auf den Kopf. ,,Dammbruch” suggeriert, ähnlich der Büchse der Pandora, dass nun die Wassermassen des Rechtsextremismus’ unsere Demokratie verschlingen werden und unsere Bundesrepublik, ähnlich Atlantis, dem Untergang geweiht ist. Thüringen hat keinen Dammbruch erlebt, davon bin ich überzeugt. Selbstredend sahen wir unsere bundesrepublikanische Demokratie erodieren, doch befinden wir uns keineswegs an einem „Point of no return“.

Dennoch ist es ein Weckruf, ein Orkan. Nachdem dieser Orkan über unser demokratisches Dorf hinwegfegte, liegen zahlreiche Bäume auf den Straßen. Eine Eiche versperrt den Wanderweg entlang des Bachs, die beiden Buchen des Nachbarn versperren die halbe Straße. Doch diese Bäume bringen das demokratische Dorf nicht zum Erliegen. Denn am Ende werden die Bäume mit vereinten Kräften beiseite geschafft. Passanten, Nachbarn und Feuerwehrleute erkennen die Barrieren und beseitigen diese. Ähnlich funktioniert unsere Demokratie. Unsere demokratische Lebensweise wird Thüringens Tannen zerkleinern und zur Seite schaffen. Die Straße wird wieder frei sein und demokratische Projekte werden wieder Fahrt aufnehmen.

Zweifelsohne sollte die demokratische Lebensweise, welche unmittelbar in der Würde des Menschen begründet ist, immer wieder geübt und vor allem erlernt werden. Denn würde jeder Mensch als Demokrat geboren, so sehen wir keine Diktatoren und Despoten auf der Welt. Wie das Lesen, Schreiben und Rechnen gehört schließlich das Vergleichen, Diskutieren und Begründen in das Repertoire staatsbürgerlicher Pflichten.

Lesen Sie hier weitere Beiträge von jungen Leuten für „Freitag für Meinung“

Um die Demokratie zu schützen, müssen wir die Demokratie leben. Dies heißt, neben Demonstrationen und Wahlen auch politische Bildung nicht zu unterschätzen. Ein fundiertes Grundwissen über unser Staatswesen mit seiner Demokratie und den im Grundgesetz verbrieften Werten ist essenziell.

Ich denke, dass diese teils abstrakten Gebilde oft nicht vollends greifbar werden, weshalb ich von der Notwendigkeit der Methode des politischen Planspiels, wie beispielsweise der SimEP und der OLMUN, zutiefst überzeugt bin. Hier wird die repräsentative Demokratie, wie sie sonst Parlamentariern und Diplomaten vorbehalten ist, verständlich und die Diskrepanz zwischen demokratischer Idealvorstellung und politischer (hier fiktiver) Realität wird deutlich.

Es ist die Pflicht eines Demokraten, seine Mitmenschen vor den Gefahren des Terrors und der Tyrannei zu warnen. Um Thüringens Tannen von den Straßen zu räumen, benötigen wir jene Demokraten.

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