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Meinung von morgen: „Brücken-Lockdown“ wäre ein unerfüllbares Versprechen

09.04.2021

Oldenburg Während Ministerpräsident Armin Laschet mit sehr unkonkreten Überlegungen zu einem sogenannten „Brücken-Lockdown“ Bevölkerung und Parteikolleg:innen verwirrt, startet das Saarland ein mit Tests begleitetes Öffnungsexperiment – das Chaos und die Polarisierung von Maßnahmen und Meinungen bei den politischen Strategien zur Bekämpfung des Coronavirus haben einen neuen Höchststand erreicht. Sicher ist dabei eigentlich nur, dass die unkoordinierten und widersprüchlichen Signale wieder einmal das Durchhaltevermögen und das Vertrauen der Bevölkerung negativ beeinflussen.

Johanna Tapper ist 18 Jahre alt, besucht die Liebfrauenschule Oldenburg und schreibt dort auch für die Schülerzeitung LFZ.

Laschets Vorschlag könnte falsches Signal senden

Am Ostersonntag 2020 hatten die Menschen ihre Mobilität zu 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingeschränkt, in diesem Jahr waren es nur 11 Prozent und das trotz einer mehr als dreifach so hohen 7-Tage-Inzidenz und ansteckenderen Virusmutationen. Im schlimmsten Fall ist nun durch Laschets Vorschlag die Botschaft angekommen, dass es nur noch kurzen Atem braucht und man in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen ausreichend geimpft haben könnte, um schrittweise wieder Normalität zu ermöglichen. Ein solches Versprechen geben die Modellierungen der Wissenschaft aber nicht her.

Gefühl der Sicherheit wäre fatal

Nun drängt sich auch die Frage auf, wie mit Geimpften umzugehen ist, die, nach aktuellen Daten zu Biontech und Moderna aus Israel und den USA wohl tatsächlich auch ein erheblich reduziertes Risiko haben, symptomfrei zu erkranken. Demnach wäre eine Ansteckung durch Geimpfte sehr unwahrscheinlich. Dann dürfte geimpften Personen ihre im Grundgesetz verankerte Freiheit nicht mehr vorenthalten werden. Die somit gut begründeten neuen Freiheiten von Geimpften werden aber wohl vorerst bloß ein kleiner Hoffnungsschimmer bleiben: Für viele kleinere Unternehmen lohnt es sich angesichts der niedrigen Impfquote längst noch nicht, zu ihren gewohnten Geschäftsmodellen zurückzukehren. Währenddessen werden weniger gravierende Einschränkungen wie Maskenpflichten wohl auch für Geimpfte bestehen bleiben, ganz zu schweigen von den immer noch einschneidenden Restriktionen für die Restbevölkerung. Freude über die nun endlich schneller anlaufende Impfkampagne ist daher angebracht, doch ein falsches Gefühl der Sicherheit wäre zu diesem Zeitpunkt leider noch fatal.

Die Forderung Laschets nach einem harten Lockdown über kurze Zeit, während Impf- und Testgeschwindigkeit weiter angezogen werden, mag im Kern eine richtige sein, enthält aber ein unerfüllbares Versprechen. Denn eine „letzte Phase“ der Pandemie ist momentan noch nicht erreicht.

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