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NWZonline.de Region

Meinung von morgen: Ein Jahr lang nichts gelernt

20.03.2021

Oldenburg Am vergangenen Wochenende war er genau ein Jahr her. Der 13. März 2020, an dem die Ministerpräsidenten einer nach dem anderen die Schulschließungen für ihre Länder erklärten. Tags zuvor war eine einheitliche Regelung gescheitert.

Autor dieses Beitrages ist Finn Kunert. Er besucht die Cäcilienschule in Oldenburg und interessiert sich für Politik. (Foto: privat)

Ein Jahr also läuft der Schulbetrieb in Niedersachsen und in ganz Deutschland jetzt im Ausnahmezustand. Ein Jahr, das die riesigen Lücken der Digitalisierung aufzeigte und auch ein Jahr voller unverständlicher, kurzfristiger und fehlender Maßnahmen der Kultusministerien.

Die ersten zwei Wochen im März 2020 wurden mangels praxistauglicher Konzepte und digitaler Infrastruktur de facto zu Ferien, überlastete Server und fehlende Vorgaben prägten den Alltag.

Man wollte lernen aus diesen Chaoswochen des ersten Lockdowns.

Nachdem der eingeschränkte Regelbetrieb nach den Sommerferien mehr oder weniger funktionierte, kam der Herbst, der erneut alles auf Anfang setzte. Spätestens ab November häuften sich in den Schulen des Landes die Infektionsfälle, dennoch saßen bis kurz vor Weihnachten noch die vollen Klassenstärken ohne Abstand in der Schule, als die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen schon bei über 100 lag. Lüften war das Mittel der Wahl, das ist immerhin günstig.

Wenn man gelernt hatte, wollte man das Gelernte nicht wahrhaben.

Die letzte Woche vor den Weihnachtsferien wurde zur Woche der geöffneten Schulen, die ihre Schüler*innen dazu aufriefen, zuhause zu bleiben. Die Präsenzpflicht wurde nach einer Woche mit fast täglich neuen Erlassen aufgehoben und die Verantwortung in die Hände der Eltern gelegt. Die eigentlich zuständigen Stellen zogen sich aus dieser zurück.

Wenn man gelernt hatte, wollte man das Gelernte nicht verantworten.

Die neueste Idee des niedersächsischen Kultusministers ist nun die Rückkehr aller Schüler*innen noch vor den Osterferien in Halbgruppen. Anstatt die Ferien zu nutzen und den Schulstart angesichts wieder steigender Infektionszahlen hinauszuzögern, wird ein Versprechen eingelöst, das in einer nicht zu überblickenden Gemengelage aus Virusmutationen und Öffnungsschritten nie hätte gegeben werden dürfen. Ganze zwei Tage werden einige Schüler*innen nun in die Schulen kommen, zum Lernen ist das eher ungeeignet, zum Infizieren dafür umso besser.

Scheinbar hat man einfach nichts gelernt.

Niemand erwartet in einer Ausnahmesituation Patentrezepte für die Bildungslandschaft, doch nach einem Jahr ist die Ausnahmesituation längst zur Regel geworden, während verständliche und wissenschaftlich begründete Regeln für den Schulalltag weiter die Ausnahme sind.

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