ABICKHAFE - Die Frühlingssonne scheint auf einen Obstgarten, der betagte Fendt-Geräteträger im grünen Gras und eine fröhliche Gruppe von Menschen unterer einem blühenden Apfelbaum. Beinahe eine vollkommene Idylle hier in Abickhafe, wenn das Zusammenkommen von Grundeigentümern, Jagdgenossen und Mitgliedern der Dorfgemeinschaft nicht auch einen bedenklichen Grund hätte. Der ist das rapide Abnehmen unserer Insektenfauna.

Besonders Honig- und Wildbienen, aber auch Hummeln und Schwebfliegen werden immer weniger und seltener in der Natur. Krankheiten, Umweltbelastungen und die abnehmende Artenvielfalt von Blühpflanzen in unserer Landschaft haben sich massiv auf Zahl und Vitalität der Insekten ausgewirkt. Es gibt zwar noch etwa 560 Wildbienenarten in Deutschland und Imker halten 750 000 Bienenstöcke. Die werden sich aber stetig vermindern, wenn nicht auch die Bevölkerung mithilft, die Situation für die so wichtigen Insekten zu verbessern.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Aktion 'Bienen füttern' gestartet. Sie soll dazu führen, dass in Städten und auf dem Land den Menschen das Problem bewusst wird und etwas geschieht. Aktiver Wildbienenschutz wird jetzt auch durch die Initiative 'Bienen füttern in Abickhafe' betrieben. Es geht darum, zusammen mit örtlichen Organisationen und Gemeindevertretern Ideen zum Wildbienenschutz zu entwickeln und sie in die Tat umzusetzen.

'Das Bienensterben ist in aller Munde, viele denken dabei an die Honigbienen, die in Bienenstöcken gehalten werden. Aber mindestens ebenso wichtig sind Wildbienen für Bestäubung und Erhalt vieler Pflanzen. Ohne sie hätten Erwerbsgartenbau und Landwirtschaft große wirtschaftliche Einbußen', so Heiko Ahlrichs, Vorsitzender der Abickhafer Jagdgenossenschaft. Deshalb wollen die Anwesenden einen Beitrag zum Bienenschutz leisten und Apfelbäume und Linden pflanzen. Außerdem sollen eine bunte Kräuterwiese und Benjeshecken für Nahrung und Schutz von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen sorgen.

Zwei Drittel der Wildbienenarten in Deutschland überwintern im Boden. Trockene Böden sind dafür bestens geeignet, so wie bei der Kräuterwiese in Abickhafe, die immerhin drei Hektar groß ist. Anschließend ans Winterquartier bietet die Wiese den verschiedenen Bienenarten im Frühjahr und Sommer reichlich Nahrung. 'Es soll schön aussehen in Abickhafe, und das lässt sich mit dem Bienenschutz sehr gut vereinbar. Deshalb haben wir ja schon im letzten Jahr Apfelbäume und Linden gepflanzt, die sind optisch ansprechend, wachsen hier gut, und sie ernähren die Bienen', ermuntert Ahlrichs die Anwesenden.

Auch Benjeshecken wurden in Abickhafe in Eigenleistung aufgeschichtet, in denen können Bienen und andere Insekten einmal Futter finden und sehr gut überwintern. Den Strauchschnitt für insgesamt 200 Meter Hecke lieferte der Bauhof der Gemeinde Friedeburg. 'Beim Thema Benjeshecken gehen die Meinungen im Ort allerdings auseinander. Wir können verstehen, dass einige Bürger sie als unordentlich und unschön ansehen. Die vor kurzem errichtete Hecke sieht in der Tat noch recht wild aus', räumt Heiko Ahlrichs ein.

Abschließend dankt er den Förderern des Bienen-Projektes. Spendengelder haben der Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV) und die Jagdgenossenschaft zugesagt, daneben gab es Einzelspenden von Privatpersonen. Damit lassen sich die für 2015 geplanten Maßnahmen, eine weitere Apfelbaumreihe auf der Kräuterwiese und Lindenpflanzungen auf anderen Flächen der Dorfgemeinschaft, realisieren.

Künftig sollen auch regelmäßige Treffen stattfinden, um das Projekt zum Nutzen von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen und zum Nutzen von Abickhafe weiterzuentwickeln. Mehr Informationen zum Bienenschutz im Internet.

www.bmel.de