BENTSTREEK - Das Projekt 'Gründerhaus Bentstreek' nimmt immer konkretere Formen an. 'Am 29. November haben wir die Zusage bekommen, dass das Gebäude rechtlich als Kulturdenkmal in Ostfriesland eingestuft und so beim Land Niedersachsen eingetragen wird', berichtete jetzt Thomas Gerbracht, Ortsvorsteher und Vorsitzender des inzwischen eingetragenen und gemeinnützig arbeitenden Fördervereins 'Gründerhaus Bentstreek'.

Dies sei wichtige Voraussetzung, dass Fördergelder für das ehrgeizige Vorhaben eingeworben werden können. 'Auch der Bezirksdenkmalpfleger kennt unser Projekt jetzt, der Denkmalschutz wurde befürwortet', so Gerbracht. Es solle in die aktuelle Verbund-Dorferneuerung einbezogen werden. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung steige. So seien jetzt die Neubürger Jessy und Franky Spring, die die frühere Dorfschule erworben haben, dem Förderverein beigetreten, der somit 27 Mitglieder hat.

Nachdem sich der Verein vor gut einem Jahr gegründet hatte sind in den zurück liegenden Monaten vor allem Stabilisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an dem 1922 fertiggestellten Gebäude vorgenommen worden. Thomas Gerbracht: 'Wir haben eine Firma beauftragt, die das Dach abgesichert hat.' Ehrenamtliche Kräfte hätten im Außenbereich Bäume und Büsche zurückgeschnitten und die Innenräume ausgeräumt. Beispielsweise seien Glasscheiben für die halbrunden Stallfenster nachgeschnitten worden. Windfedern am Dach sind erneuert, defekte Dachrinnen entfernt, eine Abdeckplatten für die Abwassergrube gegossen und Balkenklammern durch Anstrich konserviert worden, um nur einige der erledigten Arbeiten zu nennen.

Grundlage für die ersten Arbeitsschritte war eine Erstinspektion des Monumentendienstes vor knapp einem Jahr. 'Dabei haben wir teilweise auch den Originalanstrich wiederentdeckt', berichtet Gerbracht. Vorgesehen sei nun, die Wände nach einer Grundierung mit Musterwalzen zu gestalten und später mit passendem Mobiliar auszustatten. Die Holzböden erhalten den typischen Anstrich im Ochsenblut-Farbton. Installiert sollen auch die schweren Heizkörper, die der Monumentendienst in der früheren 'Kantorenschule' in Wittmund gesichert hat. Zur späteren Sanierung könnten auch neue Fenster mit Sprossenteilung gehören. In der Scheune lagert neben dem großen hölzernen Ackerwagen, mit dem Erstsiedler einst in die Region gekommen sein könnten, inzwischen auch das Kreuz, das sich von 1957 bis vor kurzem auf dem Bentstreeker Friedhof befand.

Für das kommende Jahr sind verschiedene Veranstaltungen geplant, mit denen das Gründerhaus zunehmend auf sich und das Vorhaben aufmerksam machen möchte. Derzeit wird noch an einem Sanierungskonzept für das Gebäude gearbeitet.

Beim Gründerhaushandelt es sich um das Wohnhaus mit Wirtschaftsgebäude der früheren staatlichen Moorverwaltung von 1922. Der Förderverein hatte das Anwesen von Dieter Stabenow angekauft, dessen Vorfahren in Bentstreek sesshaft geworden waren.

Ein Museum der Bentstreeker Siedlungsgeschichte soll hier eingerichtet werden – inbegriffen sind die auf dem Grundstück befindlichen Nebengebäude.

In der Ausstellung soll mit vielen Exponaten und Informationen unter anderem die Entwicklung der Melk- und Weidetechnik in den vergangenen Jahrzehnten aufgezeigt sowie kulturhistorische Gegenstände zum Hochmoor- und Grünlandstandort Bentstreek ausgestellt werden.

Der Vorstand besteht aus Vorsitzendem Thomas Gerbracht, 2. Vorsitzenden Hermann Boekhoff, Kassenwart Richard Müller, Schriftführer Diedrich Rogge und Beisitzer Wessel Franzen, Gerold Heiken, Johannes Beekmann und Heiko Heinks.