BENTSTREEK - Mitglieder des SPD-Ortsvereins besuchten kürzlich das Gründerhaus in Bentstreek, um sich über die Arbeit des dortigen Fördervereins zu informieren. Der 2012 in Bentstreek gegründete Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, das ehemalige Wirtschaftsgebäude der staatlichen Moorverwaltung am Schweinebrückerweg als Museum der Siedlungsgeschichte von Bentstreek herzurichten.
Die SPD plant derzeit, gemeinnützige Vereine künftig finanziell zu entlasten und so das Ehrenamt zu stärken. Im Gemeinderat wird hierzu innerhalb der Gruppe 'Gemeinsam für Friedeburg' ein Antrag beraten, der unter anderem vorsieht, Pachtkosten im Rahmen eines Betriebskostenzuschusses geltend machen zu können. Für die Sozialdemokraten war es der Auftakt einer Reihe von Besuchen bei gemeinnützigen Vereinen im Gemeindegebiet.
Thomas Gerbracht, der Vorsitzende des Fördervereins, nutzte die Gelegenheit, um über die Geschichte des Gründerhauses und die weiteren Pläne des Vereins zu informieren. Ursprünglich von der Moorverwaltung gebaut, entstand das Haus 1922 als viertes Gebäude in Bentstreek und besaß eine Scheune mit internem Gleisanschluss. Es diente zugleich als Wohnung des Gutsverwalters und wurde im Anschluss daran ab etwa 1957 landwirtschaftlich genutzt. Es ist daher bis heute gut erhalten.
Dennoch gebe es reichlich zu tun, erklärte Ortsvorsteher Gerbracht. Teile des Gleisanschlusses, der Bentstreek bis 1952 unter anderem mit Wiesmoor und Stapelermoor verband, sollen im Bereich des Grundstückes rekonstruiert werden. Auch Ausstellungen seien geplant, Schwerpunkte werden der Siedlungsgeschichte entsprechend einerseits die ab 1915 durchgeführte Moorkultivierung und die sich daran anschließende landwirtschaftliche Nutzung sein. Ein alter Ackerwagen steht bereits in der Scheune. Über weitere Exponate werde derzeit nachgedacht. Im Bereich des Anbindestalls sollen so zunächst zwei Ausstellungen zum Thema 'Melken per Hand' entstehen – eine für den Sommer und eine für den Winter.
Doch die eigentliche Herausforderung sei das Dach, so Thomas Gerbracht. Die Pfannen seien bislang nur gerichtet worden, müssen auf lange Sicht aber wohl zum Teil ersetzt werden. Der große finanzielle Aufwand sei dabei nicht die einzige Hürde: 'Die Strohdocken müssen ebenfalls ersetzt werden, da benötigen wir externe Hilfe', erläutert der Vorsitzende das Problem. Zum denkmalgeschützten Grundstück gehören neben dem Haupthaus auch ein alter Hühnerstall, ein ehemaliger Schweinestall, Futtersilo und Dieselbunker. In einem der Ställe soll möglicherweise eine Schmiede entstehen. Das erste Exponat, ein Felddengelamboss, sei bereits vorhanden. Vorerst solle sich die Arbeit jedoch auf das Haupthaus konzentrieren, in dem inzwischen alte Tapeten entfernt und einige Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden. Räume haben einen ersten Innenanstrich bekommen. Zeitdruck verspüre Gerbracht dabei nicht. Vielmehr sei es 'das gemeinsame Vorantreiben des Projektes', das die Vereinsarbeit im kleinen Ort Bentstreek ausmache.
Gerbracht war eines von acht Gründungsmitgliedern, die den Verein vor drei Jahren ins Leben gerufen haben. Die Zahl der Vereinsmitglieder ist seitdem auf 46 angewachsen. Neben dem Einzelbeitrag, in Höhe von 30€ Euro jährlich, könne außerdem ein Familienbeitrag entrichtet werden. Das Geld werde benötigt, um die anfallenden Kosten für Versicherung, Strom, Müllentsorgung und Pacht zu begleichen. Später sollen möglichst auch durch Führungen Einnahmen generiert werden, so der Vorsitzende. Außerdem freue man sich stets über helfende Hände. Und der Ortsvorsteher begrüßt auch die Bestrebungen der Friedeburger SPD, die gemeinnützige Vereinsarbeit zu erleichtern. Morgen von 14 bis 18 Uhr findet übrigens der zweite Gründertag statt.
