ETZEL/EMDEN - Beim Thema Energiewende blickt die Nation mehr und mehr auf den Landkreis Wittmund – genauer gesagt auf das Kavernenfeld in Etzel. Hier sind auch aus Sicht der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) die Voraussetzungen optimal, um Strom aus Windenergie in Gas umzuwandeln. Dieser Energieträger, dauerhaft in bereits vorhandenen Kavernen gespeichert, könne dann bei Bedarf in Kraftwerken wieder verstromt werden.

Dieses Projekt hat für die IHK neben dem Netzausbau oberste Priorität, unterstrich die Kammer am Mittwochabend vor Pressevertretern in Emden. IHK-Abteilungsleiter Dr. Jan Amelsbarg erklärte auf Nachfrage, dass die IVG Caverns GmbH in Etzel zusammen mit dem Energieforschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und weiteren Partnern das Vorhaben nach vorne bringt. 'Vielleicht in zwei bis drei Jahren', so Dr. Amelsbarg, könnte in Etzel eine Demonstrationsanlage gebaut werden.

Gegenüber unserer Zeitung wollten sich gestern weder das Forschungszentrum noch die IVG auf einen Zeitplan festlegen. IVG-Geschäftsführer Manfred Wohlers bestätigte allerdings, dass die genannten Partner mit 'großem Engagement daran arbeiten, so etwas zu erstellen'. Das EFZN sei sehr engagiert. Ziel der IVG sei es, die niedersächsische Wirtschaft und Wissenschaft zu unterstützen, sagte Wohlers. Etzel mit 'seinem tollen Salzstock' könne sich zum nationalen Zentrum der Speicherwirtschaft entwickeln. Wohlers: 'Langzeitspeicher sind ein Schlüsselelement der Energiewende.'

Für IHK-Präsident Manfred Wendt stellt die Umwandlung von Strom in Gas ('Power-to-Gas') eine große Chance für die Region dar. Wendt erinnerte daran, dass der IHK-Bezirk im Bereich Windenergie führend ist. Nun schicke sich die Region an, 'zum Schaufenster für die Speicherung von Windgas' zu werden. Etzel sei dabei erste Adresse, biete beste Voraussetzungen und bereits vorhandene Infrastruktur. Die Energiewende, so Wendt, spiele der Region dabei in die Karten.

Die Niedersächsische Landesregierung sieht die Energiewende als Chance und Herausforderung zugleich. Im Entwurf des im September 2011 vorgestellten Niedersächsischen Energiekonzepts wird festgestellt: 'Der norddeutsche Raum bietet exzellente Voraussetzungen für die Errichtung von untertägigen Energiespeichern.' Allerdings wird auf diesem Feld auch noch ein 'großer Forschungsbedarf' gesehen.