ETZEL - Wie stark senkt sich der Boden rund um das Storag-Kavernenfeld in Etzel nun wirklich? Diese seit langem diskutierte Frage bestimmte am Donnerstag auch die Debatte in der Sitzung des Kavernenbeirats im Gasthaus Wilken. Der Saal war trotz hochsommerlichen Wetters bis auf den letzten Platz gefüllt. In der hitzigen Debatte mussten sich die Verantwortlichen der Storag, aber auch des Landesbergamtes einige kritische Fragen und Bemerkungen anhören.

Zu viele unterschiedliche Werte machten zuletzt die Runde. Der Boden senkt sich im Mittel um 2,55 bis drei Zentimeter pro Jahr, sagt Hans-Joachim Schweinsberg, Leiter des Storag-Informationszentrums. Er hielt zu Demonstrationszwecken eine umgedrehte Käseglocke in die Luft: 'So ähnlich verhält es sich auch mit unserer Senkungsgrube - zum Zentrum hin sackt der Boden am stärksten ab.' Dieser tiefste Punkt der Mulde liege derzeit bei 48 Zentimetern. Die Senkungsrate auf der gesamten Fläche aber bewege sich im Schnitt um 2,55 bis maximal drei Zentimeter, so die wissenschaftlichen Prognosen. Schweinsberg: 'Der Status quo und der Charakter der Landschaft hier bleiben erhalten - es geht keine Heimat verloren, wir versuchen, die Eingriffe in die Ökologie so gering wie möglich zu halten.'

Dazu gab es kritische Nachfragen aus dem Kavernenbeirat und der Bürgerinitiative Lebensqualität.

Landrat Holger Heymann hörte sich die Diskussion eine Weile an, sagte dann: 'Ich stelle fest, dass hier in der Kommunikation und der Transparenz nicht alles gut läuft. Die Kommunikation muss besser werden.'

Heymann ging noch weiter: 'Das Thema hat politische Brisanz - es muss zur Chefsache in Hannover werden, im Wirtschafts- und Umweltministerium.' Wir berichten noch.