ETZEL - Der Radiosender NDR Info hat Donnerstagvormittag live aus Etzel gesendet. Dabei kamen unter anderem Vertreter der IVG, der Bürgerinitiative (BI) 'Lebensqualität' und Wittmunds Landrat Matthias Köring zu Wort. Die Sendung vermittelte keinen neuen Sachstand, zeigte aber, wie verhärtet die Fronten nach dem schweren Öl-Unfall am 17. November sind. Während Christoph Uerlich, Geschäftsführer der IVG-Kavernenbetriebsführungsgesellschaft, als Schadensquelle 'ausschließlich das Ventil' sieht, sagte Franz Kreutzburg: 'Wir glauben noch nicht an die Ursache.'

Landrat Köring sprach von einer 'ganz klaren Vertrauenskrise'. Wenn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen seien, müsse man einen offenen Dialog führen.

Am Donnerstag war dies noch nicht möglich. Wie schon im Interview mit unserer Zeitung erklärte die IVG die Hintergründe zur Klage gegen die Anordnungen des Landesbergamtes. Zu einer öffentlichen Entschuldigung ließ sich das Unternehmen jedoch auch gestern nicht bewegen: Die Ermittlungen würden gegen Unbekannt geführt, die Schuldfrage sei noch nicht geklärt, betonte Hans-Joachim Schweinsberg, Leiter des IVG-Informationszentrums. Die IVG geht von einer kriminellen Tat aus. Auch menschliches Versagen ist nicht ausgeschlossen.

Die BI kritisierte erneut, dass IVG Caverns nicht so hohe Sicherheitsstandards erfülle wie andere Unternehmen dieser Branche. Auch Matthias Köring äußerte sich kritisch. 'Hätte es Mitte November schon ein Ölwarnsystem gegeben, wäre es vielleicht bei einem kleinen Öl-Unfall geblieben', erklärte er. Tatsächlich konnten binnen 20 Stunden rund 40 000 Liter Rohöl ungehindert auslaufen. Ob durch Sabotage oder menschliches Versagen ist noch offen. Fest steht laut Staatsanwaltschaft bislang, dass das Absperrventil in technisch einwandfreiem Zustand war. Die IVG hat angekündigt, Strafanzeige gegen Unbekannt stellen zu wollen. Dies ist nach Informationen unserer Zeitung jedoch bislang noch nicht geschehen.

Landrat Köring wiederholte, dass IVG Caverns nur dann Vertrauen zurückgewinnen könne, wenn alle technischen Maßnahmen ergriffen würden, um künftig höchste Sicherheit zu schaffen.