ETZEL - 'Eine Kaverne kann ohne Risiko verschlossen werden – Voraussetzung ist allerdings genügend Salzgestein.' So lautete die Kernaussage von Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Rokahr vom Institut für unterirdisches Bauen (IUB). Der Experte referierte gestern in der Arbeitssitzung des IVG-Kavernenbeirates vor dem Hintergrund des vielfach diskutierten Druckaufbautests in der Kaverne K 102 in den Jahren 1990 bis 1992 und schnitt auch die Endverwahrung an.

Bei mit Flüssigkeit gefüllten Kavernen, die verschlossen werden, baue sich binnen 50 bis 100 Jahren langsam ein Druck auf, der für ein Implizieren in den Salzstock führe. 'Je nach Größe reden wir von ein paar Kubikmetern im Jahr.' Die Konvergenz, also der Volumenverlust, sei auch in 100 Jahren 'außerordentlich gering', so Reinhard Rokahr. Es gebe auf lange Sicht keine Risse im Salzgestein und keinen Verlust der Dichtigkeit.

Beim Druckaufbautest habe man vor 20 Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass in einem Zeitraum von 1000 Jahren eine Kaverne nicht kollabieren kann. Der Auftrag für diesen Test, so wusste es Beiratsvorsitzender Hillrich Reents, sei aufgrund vorliegender Forschungsgelder seinerzeit vom Landesamt für Bergbau gekommen, die IVG habe sich dann 'nur bereit erklärt'. Die Etzeler Testergebnisse dienten zahlreichen Unternehmen seither als wertvolle Grundlage.