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Gefahr Ratsherr soll Feuerwehreinsatz in Etzel bezahlen

Manfred Hochmann

Etzel - Ärger gibt es wegen eines Feuerwehreinsatzes auf dem Kavernenfeld in Etzel. Ein Friedeburger Ratsherr soll wegen einer „missbräuchlichen Alarmierung“ eine Gebühr von 500 Euro zahlen. Der Kommunalpolitiker wehrt sich, hat einen Anwalt eingeschaltet.

Der Reihe nach: Am 2. März dieses Jahres, einem Montag, bemerkte der Ratsherr, der wegen des laufenden Verfahrens nicht namentlich genannt werden möchte, beim Kavernegelände in Etzel gegen 17 Uhr einen unangenehmen Gasgeruch. „Es roch sehr stark nach Schwefelwasserstoff, das ist ein übelriechendes, hochgiftiges, krebserregendes Gas“, so der Ratsherr. Er habe es als Bürger und erst recht als Kommunalpolitiker für seine Pflicht gehalten, die Einsatzleitstelle der Feuerwehr in Wittmund zu informieren. „Es hat in der Vergangenheit mehrfach Störfälle auf dem Gelände gegeben, die teilweise erst spät bemerkt wurden – deshalb habe ich schnell gehandelt“, so das Ratsmitglied.

Die Feuerwehr Friedeburg war an jenem Montag im März dann auch schnell vor Ort, konnte aber nach eingehender Prüfung keine Gefahr feststellen. Damit war der Vorgang zunächst abgeschlossen. Allerdings griff in der jüngsten Sitzung des Kavernenbeirates ein anderer Ratsherr aus Friedeburg das Thema auf. Er forderte eine Überprüfung des Feuerwehreinsatzes, vermutete eine „missbräuchliche Alarmierung“. So nahm die Sache ihren Lauf. Die Gemeinde Friedeburg überprüfte den Vorgang und schickte dem Ratsherren einen vorläufigen Kostenbescheid.

Alle Beteiligten sollen gehört werden

In den politischen Gremien sorgt der Vorgang für Aufregung. Ratsherr Peter Assing (FWG) etwa sagt dazu: „So kann man mit einem Menschen und Ratsherrn nicht umgehen. Er hat als Kommunalpolitiker sogar eine Verpflichtung, bei solchen Auffälligkeiten aktiv zu werden und die Behörden einzuschalten.“

Unsere Zeitung fragte bei Friedeburgs Bürgermeister Helfried Goetz nach, wann oder warum es sich um eine missbräuchliche Alarmierung handelt, wenn ein Bürger im Bereich des Kavernenfeldes Etzel auffälligen Gasgeruch feststellt. Dazu Goetz: „Bei der Alarmierung der Feuerwehr aufgrund eines auffälligen und offenbaren Gasgeruchs handelt es sich nicht pauschal um eine missbräuchliche Alarmierung.. Wenn es hingegen für einen Bürger klar sein sollte, dass es sich bei einem festgestellten Geruch nicht um Gas handeln kann, besteht die Vermutung, dass die Feuerwehr missbräuchlich alarmiert wurde.“ Zu dem aktuellen Vorgang könne er wegen des laufenden Verfahrens derzeit keine Details öffentlich nennen.

Vorsätzliches Handeln sei das „wissentliche und wollende Ausüben und auch das billigende Inkaufnehmen einer rechtswidrigen Tat“, so Goetz weiter. Hierzu könne auch das „grundlose Auslösen“ eines Feuerwehreinsatzes fallen.

Nun sollen zunächst alle Beteiligten zum Vorgang gehört werden; unter anderem sollen sich auch die Feuerwehr und der Kavernenbetreiber äußern.

Bürgermeister Goetz empfiehlt, bei Auffälligkeiten rund um das Kavernengelände, im Notfall und bei Betriebsstörungen die Notfallnummer der Storag Etzel ( T 04465/8090) anzurufen, diese sei rund um die Uhr erreichbar. Zusätzlich ist ein Bürgertelefon ( T  04465/9779339) eingerichtet. Darüber hinaus könne in Notfällen die Kooperative Leitstelle Ostfriesland unter T 112 angerufen werden. 

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