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Kandidatur in Friedeburg Helfried Goetz möchte Bürgermeister bleiben

Friedeburg - Als Bürgermeister ist es wichtig, die Menschen mit ihren Ängsten, Nöten und Fragen ernst zu nehmen, sie mitzunehmen und zur Lösung beizutragen. Auf diesem Standpunkt steht Helfried Goetz, der dieses Amt jetzt im siebten Jahr bekleidet und es am 12. September noch einmal wissen will: Dann nämlich bewirbt er sich um eine weitere Amtszeit von fünf Jahren und weiß schon jetzt die Fraktionen von SPD und CDU im Rücken.

Die Kommunalpolitiker sind demnach mehrheitlich mit der Arbeit des 49-Jährigen als oberster Repräsentant, Verwaltungschef und parteiloser Politiker zufrieden. Vielleicht liegt die hohe Akzeptanz von Helfried Goetz in der Art begründet, wie er mit sozialen Themen umgeht. So gelang es gleich zu Beginn seiner Wirkungszeit 2014, einen unliebsamen Rockerclub aus dem Marxer Tunis zu vertreiben. Die Gemeinde erwarb das Gebäude kurzerhand und etablierte dort eine kulturelle Begegnungsstätte und die Tafel-Ausgabe.

Friedeburger nahmen Flüchtlinge gut auf

Als 2015 die Flüchtlingswelle auch über die Südkreisgemeinde hereinbrach und Unterkünfte benötigt wurden, half eine Bürgerveranstaltung in Upschört bei der Integration der Neubürger mit ausländischen Wurzeln. „Die Friedeburger haben die Flüchtlingskrise sehr gut gelöst“, resümiert Goetz heute, der die Thematik seinerzeit zur Chefsache gemacht hatte. Im Rathaus habe er eine Organisationsstruktur aufgebaut, mit der das starke ehrenamtliche Engagement koordiniert werden konnte. Und im ersten Corona-Jahr habe eine von ihm initiierte Facebook-Gruppe dazu beigetragen, dass Anbieter von Hilfestellungen Kontakt zu interessierten Nutzern bekommen.

Ein emotionales Dauerthema sei in all den Jahren ebenso die Kavernenanlage der Storag in Etzel gewesen, blickt Helfried Goetz zurück. „Auch hier ist es wichtig, die Ängste der Bürger zu verstehen“, betont er. Wichtig sei es außerdem, dass die Gemeinde eine eigene Position bezieht und sich angesichts der umfangreichen Kavernen-Thematik gegebenenfalls durch externe Berater Fachwissen aneignet. Als Erfolg bezeichnet der Verwaltungschef, dass es gelungen ist, die Zuständigkeiten der Feuerwehr im Zusammenhang mit der Kavernenanlage in einem Vertrag zu regeln. „Seitdem profitiert auch unsere Kommune finanziell.“

Zukunftssicheres Leben ermöglichen

Unterm Strich, so der gebürtige Wiesedermeerer, sei es wichtig, dass jede der zwölf Ortschaften im Gemeindegebiet ihre Identität bewahrt und es dort lebenswert bleibt. Daher seien die Daseinsvorsorge und Zukunftssicherung für ihn von großer Bedeutung. „Zentrales Thema sind dabei Neubaugebiete und andere Baumöglichkeiten, die durch Innen- und Außenbereichssatzungen sowie ein Lückenkataster in vielen Ortschaften bereits geschaffen wurden.“ Aber auch die ärztliche Versorgung besitzt nach Auffassung des Bürgermeisters einen hohen Stellenwert für die Lebensqualität in den Ortschaften. Dass es in Horsten gelungen ist, nach Jahren wieder eine Arztpraxis zu etablieren, ist wohl auch der Beharrlichkeit des Friedeburger Verwaltungsleiters zu verdanken. Ebenso setzte sich Helfried Goetz für den Erhalt und die Neuschaffung von Kindertagesstätten in der Fläche ein.

Für den zentralen Ort Friedeburg selbst kämpft der Verwaltungschef dafür, dass sich ein Drogeriemarkt ansiedelt, der sich idealerweise zu den Verbrauchermärkten an der Hauptstraße gesellen könnte. Stolz macht es ihn, dass das Gebiet der Friedeburger Mitte in absehbarer Zeit vollständig bebaut ist.

Baustellen gibt es aber auch in Zukunft einige für Helfried Goetz: So soll das touristische Angebot in der Region weiterentwickelt werden. „Lange haben Monteure die Urlauberquartiere genutzt, die jetzt wieder neu vermarktet werden müssen.“ Ein Generationswechsel bei den Vermietern und deren Ansinnen, jetzt bedarfsgerecht höherwertige Unterkünfte anzubieten, lasse auf eine positive Entwicklung hoffen.

Auch wenn die Gemeinde das Sterben in der Gastronomie nicht beeinflussen kann, so möchte man laut Bürgermeister doch ein Auge darauf halten, dass nicht etwa Dorfgemeinschaftshäuser den traditionellen Gastbetrieben Konkurrenz machen.

Nach sechs Jahren noch Freude bei der Arbeit

„Ich gehe jeden Tag mit Freude zur Arbeit, habe aber bei bestimmten Themen manchmal auch Bauchschmerzen“, berichtet Helfried Goetz, dem seine Gemeinde nach eigenen Worten sehr am Herzen liegt. Einen Ausgleich zu seinem zuweilen stressigen Job findet der studierte Verwaltungsbetriebswirt (VWA) beim Laufen (fast 70 Ossiloop-Etappen) und im Klootschießen – immerhin wurde er 2008 in Irland und 2012 in Italien zweifacher Mannschaftseuropameister in dieser Disziplin und hält aktuell den Titel des ostfriesischen Klootschießer-Landesmeisters in seiner Altersklasse Männer II.

Zudem erdet den Bürgermeister, wenn er auf seinem Bauernhof in Hoheesche morgens den Hund ins Freie lässt, die Pferde auf der Koppel versorgt und die eigenen Damhirsche füttert. Und dann ist er seit Januar ja auch stolzer Großvater.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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