FRIEDEBURG - Als Heimatvereinsvorsitzende Heidrun Hilbert am Donnerstag den Abend im Heimatkundlichen Museum Friedeburg eröffnete, konnte keiner erahnen, wie unterschiedlich die Geschichten der Lesung sein würden.

Die Autorinnen, die in Friedeburg zusammenkamen, verbindet eine langjährige Freundschaft und die literarische Arbeit. Désirée Warntjen, 1964 in Fedderwardergroden geboren, lebt heute in Sande und arbeitet als freie Journalistin. Vielen Lesern des Harlinger ist sie durch die 'Literaturecke' bekannt.

'Jeder schreibt für sich, aber wir stehen im ständigen Austausch miteinander und sind sehr konstruktiv untereinander. Jeder kann hinter dem anderen stehen – und das ist ein tolles Gefühl,' so die Autorin Warntjen über die Schreibfreundinnen. Gemeinsam haben sie jetzt das Buch 'Zu Fuß über die Achterbahn' verfasst, aus dem sie ihre Beiträge vorlasen.

Die Geschichte von Désirée Warntjen, 'Onkel Adens Stube', handelte von einer ganz besonderen mentalen Beziehung zwischen 'Onkel Aden' und einem Mädchen namens Cora (7 Jahre), die er liebevoll 'Maria von Jever' nennt.

Christa Bruns, Jahrgang 1956, gebürtig aus Weener, und viele Jahre als Krankenhausseelsorgerin tätig, gab die Geschichte 'Schweigeminute' aus dem Buch 'Zeitsprünge' zum Besten. Aktuelles Thema ist hier der Anschlag von Paris, den eine Frau Namens Anna Ruth an einem ganz normalen Nachmittag verarbeiten möchte

'Das alte Haus' erzählt die eigene Geschichte Eva Goslars in ihrer ersten Zeit in Friedeburg. Wie sie mit ihrem Mann, schwanger in den 1970-er Jahren in ihr erstes gemeinsames Haus ziehen und mit welchen Schwierigkeiten man damals zu kämpfen hatte. Dabei konnte sich der Zuhörer das Schmunzeln zwischendurch nicht verkneifen. 'Es ist eine Hommage an Friedeburg', so die in Friedeburg lebende, 1942 in Danzig geborene, ehemalige Buchhändlerin.

In dem vierten Vortrag des Abends las Gudrun Günterberg, die 1959 in Hamburg zur Welt kam und heute in Bockhorn lebt, die Geschichte 'Tochter des Affenbrotbaums'. Diese Geschichte handelt von einem Mädchen Namens Philippa in Afrika, die vergeblich die Stimme ihres Vaters unter dem Affenbrotbaum sucht und sich dann verzweifelt wie ein Affe an ihren Bruder klammert.

Die 1956 in Jever geborene und dort auch jetzt lebende Autorin Gudrun Köhler erzählte in ihrer Geschichte 'Insel-Herbstklarheit' sehr bildlich, wie sich die Umgebung auf der Insel vom Sommer zum Herbst verändert.

'Die Geschichte nimmt mich während des Schreibens an die Hand', so die letzte Autorin Gabriele Heinrich. 'Sie wird immer länger als gedacht', gab sie dem Zuhörer mit auf den Weg, bevor sie aus ihrer Geschichte 'Unter den Süntelbuchen' Passagen vorlas. Diese Geschichte handelt von einem Mädchen Namens Dagmar, das plötzlich in das Leben von der neunjährigen Anna tritt und die Liebsten um sie herum zu manipulieren versucht. Dabei spielte der Geheimplatz 'Unter den Süntelbuchen' eine besondere Rolle. Die jetzt in Schortens lebende Gabriele Heinrich, geboren 1952 in Oldenburg, war Buchhändlerin. In den Geschichten heben die Autorinnen Alltägliches aus seiner Unscheinbarkeit, spüren Abstürzen und Enttäuschungen nach, bewahren die Gefühle eines einzigartigen Augenblicks. Situationen, die jeden Tag überall geschehen, werden bedeutsam. Man erfährt, was deutsche Eichen mit Kafka zu tun haben und warum eine Sängerin verstummt.

Das Buch 'Zu Fuß über die Achterbahn' ist in allen Buchhandlungen zu bestellen.