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In Zeiten von Corona „Kein Kita-Betrieb, wie man ihn kennt“„Kein Kita-Betrieb, wie man ihn kennt“

Friedeburg - Ein hohes Maß an Flexibilität, das ist in der Friedeburger Kindertagesstätte „Hollerbusch“ an der Hauptstraße in Zeiten der Corona-Pandemie erforderlich. Nahezu täglich aufs Neue müsse sich das Erzieherteam auf veränderte Bestimmungen einstellen und auf neue Sachverhalte reagieren, berichtet Einrichtungsleiterin Ilka Lichtblau.

Wegen dem großen Klärungsbedarf sitzen die gerade nicht in der Gruppe am Kind arbeitenden Beschäftigten – teils aus dem Homeoffice – regelmäßig zusammen, um neue Konzepte zu entwickeln. Lichtblau: „Wenn Außenstehende meinen, dass die Kita geschlossen hat und wenig Arbeit anfällt, so stimmt das nicht. Vielmehr ist es derzeit eine sehr arbeitsintensive Zeit für uns.“ So müsse immer wieder auf die Vorgaben in den korrigierten Verordnungen zur Notbetreuung reagiert werden. „Vor Ostern durften drei Kinder in einer Gruppe mit jeweils einer Betreuerin sein, danach fünf. Und ab kommendem Montag sind drei Kindergartengruppen mit maximal 13 Kindern sowie zwei Gruppen mit bis zu acht Krippenkindern möglich“, schildert die Kita-Leiterin die Veränderungen. Dann seien auch wieder zwei Betreuerinnen je Gruppe im Dienst. In dieser Woche seien 21 Plätze belegt, in den fünf Gruppen seien fünf Kräfte tätig.

Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, wurden aufgenommen. Darunter, so Ilka Lichtblau, fallen in der Gemeinde Friedeburg Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel ebenso wie Arbeitskräfte aus dem medizinischen Bereich. Die Kernbetreuungszeit liegt zwischen 7.30 und 13 Uhr. Spätestens ab 25. Mai, davon geht Lichtblau aus, könnten an zwei Nachmittagen Vorschulkinder betreut werden. Eltern könnten sich ein Formular auf der kommunalen Internetseite herunterladen und bei der Gemeinde für ihr Kind einen Antrag auf einen Notbetreuungsplatz stellen.

Geschichten und kleine Überraschungen

Das Erzieherinnenteam, so Lichtblau, muss in diesen Corona-Zeiten mit einem sich ändernden Infektionsgeschehen angesichts einzuhaltender Bestimmungen viel flexibler reagieren. „Mit Abstand zu arbeiten, geht in unserem Beruf nur bedingt.“ So habe man Kolleginnen, die sich altersbedingt in der Risikogruppe befinden, ins Homeoffice geschickt, aus dem sie unter anderem Ideen für neue Konzepte zuarbeiten. „Wir haben derzeit keine Kita, wie man sie üblicherweise kennt“, weist die Leiterin auf das derzeit merklich veränderte Tagesgeschehen hin. So dürften Eltern nicht in die Tagesstätte gelassen werden, was man zuvor favorisiert habe. „Der Schlafraum kann wegen der Kontaktbeschränkungen nicht mehr wie bisher genutzt werden, dafür benötigen wir Ersatzangebote.“ Auch wenn das Händewaschen für die Kinder im „Hollerbusch“ schon länger eine große Bedeutung hat, müssten die Hygieneregeln jetzt noch einmal angepasst werden. Ilka Lichtblau: „Alle aktuellen Vorgaben des Rahmenhygieneplans werden bei uns erfüllt und inhaltliche Anregungen im Ideenpapier der Landesregierung diskutiert.“

Zu unerwünschten Kontakten zwischen den Gruppen sei es noch nicht gekommen, da man sich im Haus auf bestimmte Laufwege verständigt hat und der Außenspielplatz sehr großzügig angelegt ist. Außerdem bewegen sich die Kinder zeitversetzt im Freien. Das Frühstück werde in vorgeschriebenen großen Abständen eingenommen. Mittlerweile hat das Erzieherinnenteam damit begonnen, zum Wochenende (Freitagmorgen) an der Kita-Pforte eine Box aufzustellen, aus der sich Kinder mit altersgemäßen Angeboten wie Bastelanleitungen, Geschichten und kleine Überraschungen versorgen können, um sich zu Hause zu beschäftigen. Dankbar und froh ist Ilka Lichtblau, dass das Gros der Friedeburger Eltern bislang verständnisvoll reagiert hat, obwohl angesichts der landesweiten Vorgaben nicht allen Kindern ein Platz zugewiesen werden konnte. Der Rückhalt in diesen schwierigen Zeiten werde unter anderem durch eine „zauberhafte Elternaktion“ an der Kita „Hollerbusch“ deutlich. Die Familien hätten die Mitarbeiter mit einem in der Hecke installierten Schriftzug überrascht: „Wir vermissen die Kita“ steht dort in großen, bunten Buchstaben geschrieben – quasi als Antwort auf ein vom Team gestaltetes Plakat auf dem Gelände. Außerdem malten viele Kinder einen Regenbogen dazu. „Wir haben uns wirklich über diese Botschaft gefreut. Wir vermissen die Kinder und den normalen Kita-Alltag ebenfalls sehr“, unterstreicht die Leiterin.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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