FRIEDEBURG - Es gibt nur wenige Sportarten, bei denen junge Athleten zusammen mit Senioren und Rollstuhlfahrer gemeinsam mit 'Fußgängern' antreten. Bogenschießen bietet diese Gelegenheit. Am Sonntag haben sich wieder mehr als 100 Schützen in der Friedeburger Sporthalle getroffen, um zum 24. Mal die Sieger beim Hallenturnier zu ermitteln.

Dass es in diesem Jahr nicht ganz so viele Sportler waren, wie bei den vergangenen Turnieren, lag zum einen an der parallel stattfindenden Deutschen Meisterschaft, zum anderen an einem Turnier in den Niederlanden, an dem der sonst in Friedeburg stark vertretene Club 'True Flight Archery' aus dem holländischen Muntendam beteiligt war.

Doch den guten Leistungen tat das keinen Abbruch. Schützen aus 22 Vereinen traten an, um ihr Können auf den 18-Meter-Bahnen zu beweisen. Als besonders treffsicher erwiesen sich auch einige Teilnehmer aus benachbarten Vereinen. Allein in fünf Klassen stellte der SC Dunum die Sieger. Auch der SV Leerhafe-Hovel war mehrfach ganz vorne mit dabei.

Auch wenn der sportliche Ehrgeiz sicherlich eine wichtige Rolle spielte, ging es in der Friedeburger Halle sehr gelassen zu. Das gute Miteinander unterscheidet die Bogenschützen von Athleten anderer Sportarten. Wie selbstverständlich wird bei kleinen Pannen und Reparaturen mit Werkzeug sowie dem einen oder anderen Ersatzteil ausgeholfen.

Stark vertreten war der Nachwuchs in Friedeburg. Während einige junge Talente schon sicher agierten und die Pfeile gekonnt in die Scheibenmitte lenkten, sammelten andere erste Wettkampferfahrungen. Wenn mal etwas nicht so klappte wie gewünscht, standen ältere Schützen sofort mit Rat und Tat zur Seite.

In Sachen Disziplin und Konzentration brauchten sich die Jüngsten aber nicht hinter den anderen Teilnehmern zu verstecken. Geht es bei anderen Sportveranstaltungen mit hohem Kinderanteil schon einmal laut zu, fügten sich die Jungschützen nahtlos in die ruhige Gelassenheit ein.

Auch hinter den Kulissen ging es entspannt zu. Die Organisatoren des SV Friedeburg hatten alles im Griff. Turnierpläne, Auswertung und die Cafeteria machten schnell deutlich, dass der Verein hier auf ein gutes Team zurückgreifen kann.

Jochen Schrievers
Jochen Schrievers Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung