HORSTEN - Am Wochenende wurde die 'Historische Horster Legendenmeile' um eine weitere Tafel verlängert. Anlass war die restaurierte Fassade des historischen Glockenturms, wir berichteten.

Unklar ist, wann der erste Glockenturm errichtet wurde. Auf einem schmiedeeisernen Maueranker ist die Jahreszahl 1645 vermerkt.

'Es ist alles eine Vermutung! Erbaut wurde der Glockenturm wahrscheinlich im 13. oder 14. Jahrhundert', erklärte Pastorin Karin Tiemann.

Eine bekannte Glockeninschrift mit der Jahreszahl 1450 lässt darauf schließen, dass es bereits vor 1645 einen Turm gegeben haben muss. Weitere Informationen befinden sich auf der jüngsten Legendentafel, deren Daten von dem verstorbenen Heinz Behrends zusammengetragen wurden: '1680 wurde eine von der Gemeinde finanzierte Stundenschlaguhr im Turm eingebaut, die dem Turm 1830 wieder entnommen wurde und derzeit instandgesetzt im Eingang der Horster Kirche zu betrachten ist.'

Dokumentiert ist die Anschaffung einer kleinen Glocke im Jahr 1713 und einer größeren im Jahr 1765. Die größere Glocke wurde 1917 beschlagnahmt und zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Für Ersatz sorgte die Gemeinde im Jahr 1927, 1944 führte man auch diese Glocke wieder der Rüstungsindustrie zu. Erst im Jahr 1996 konnte das Geläut erneut durch eine zweite Glocke vervollständigt werden.'

Das Bild, welches auf der Legendentafel zu sehen ist, stellte Theo Hinrichs zur Verfügung. Der stellvertretende Bürgermeister Hans Werner Arians dankte der Landeskirche, die für die Renovierung eine große Summe zur Verfügung gestellt zu habe. Er ging auf die besondere Bedeutung der Glocken von damals und heute ein und beendete seine Ansprache mit den Worten: 'Mögen die Glocken künftig nur im Friedensfall läuten.'