Horsten - Für die Handörgler des Klootschießer- und Boßelvereins Horsten war es eine besondere Ehre der alten Horster Dame ein Geburtstagsständchen zu bringen. Unter der musikalischen Leitung von Jacob Christians spielten sie zum 175-Jährigen der Mühle Erks auf. Müllermeister Uwe Erks, derzeitiger Besitzer der Mühle in dritter Generation, hatte mit seiner Familie ein Dreivierteljahr am Festprogramm geplant und auch schönes Wetter bestellt.

Neben den Handörglers erfreuten das Helene-Fischer-Double Anni Perka und Elvis-Presley-Imitator Michael Runck die Gäste. Um ihre Verbundenheit mit der ortsbildprägenden Mühle zu zeigen, beteiligten sich am Fest auch der Schützenverein Horsten mit seiner Laserschießanlage und die B-Jugend des TuS Horsten, bei denen auf die Torwand gezielt werden konnte.

Hubert Eberhard Müller errichtete den zweistöckigen Galerieholländer 1838 in zehn Monaten Bauzeit. Die Mühle ist seit 1929, als Großvater Eilert Erks aus Reepsholt sie kaufte, in Familienbesitz. Sie überstand Sturm, Blitze und Bomben. Sieben Mitglieder der Familie Erks arbeiten heute in Mühle und Laden mit. Uwe Erks und seine Frau Melanie würden sich freuen, wenn ihr Sohn Alexander, der eine kaufmännische Ausbildung absolviert, später die Mühle übernähme. Jährlich werden 300 Tonnen Getreide aus Ostfriesland und der Lüneburger Heide in der Mühle, seit 1990 Biolandbetrieb, verarbeitet.

An der Mühle Erks, der letzten der Gemeinde Friedeburg, mussten 2010 die erst 25 Jahre alten Flügel abmontiert werden. Ortsvorsteher Walter Johannsen und eine Gruppe Gleichgesinnter gründeten vor vier Wochen einen Verein zur Förderung der Heimatpflege, der sich beim Fest vorstellte. Ziel sei es, so Vorsitzender Walter Johannsen, die rund 500 000 Euro für neue Flügel aufzubringen.