HORSTEN - Der Alte hatte eingeladen, und der Neue war der Gastgeber bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Horsten. Auch wenn Michael Sievers im vergangenen Jahr die Einladung noch versandt hatte, führte Andre Meyer als Nachfolger sicher durch die Sitzung und ließ keine Ereignisse aus 2017 unerwähnt: Ein Zeichen für den reibungslosen und gut organisierten Übergang der Verantwortung bei der Horster Feuerwehr.
Als Gäste begrüßte Meyer Bürgermeister Helfried Goetz, Ortsvorsteher Walter Johansen sowie den Ausschussvorsitzenden Olaf Gierszewski. Dass auch die gesamte Führungsspitze der Feuerwehr mit Gemeindebrandmeister Christian Herzog und Kreisbrandmeister Frank Gerdes der Einladung gefolgt war, zeigte, dass der Termin richtig gewählt war.
Mit 35 Einsätzen verlebte die Feuerwehr Horsten ein unruhiges Jahr. Dabei galt es, neben Verkehrssicherungen, Personensuchen und Bränden vor allem diverse Sturmschäden zu beseitigen. Vor allem am 5. Oktober wütete der Sturm Xavier über das Einsatzgebiet der Horster Wehr. Dass es zusätzlich zu Brandsicherungswachen auch Umweltschäden auf einer Tankstelle zu verhindern galt oder der Rettungsdienst beim Transport von Erkrankten zu unterstützen war, zeigte auf, dass die Feuerwehr von den Bürgern benötigt wird.
Vorbereitungen für den Bau des geplanten Feuerwehrhauses belasteten das Stundenkonto der Feuerwehrleute in Horsten zusätzlich. Erfreulich war hingegen, dass in 2017 das erwartete Mannschaftstransportfahrzeug für die Jugendfeuerwehr, aber auch für die Einsatzabteilung übergeben werden konnte.
Bürgermeister Helfried Goetz stellte aufgrund des umfassenden Jahresberichts denn auch fest, dass die Feuerwehr in Horsten ein wichtiger Bestandteil der Ortschaft ist und inzwischen eine Selbstverständlichkeit darstellt. Ohne die Feuerwehr finde in Horsten kaum noch eine Veranstaltung statt, schilderte der Verwaltungschef seinen Eindruck. Dass für die Feuerwehr in Horsten weitere Maßnahmen erforderlich sind, zeigt die Initiative für den Bau eines Feuerwehrhauses. 1,6 Millionen Euro wird die Gemeinde Friedeburg in die Hand nehmen, um das Bauprojekt – im Moment das größte der Gemeinde – zu realisieren.
Es fehlt nur noch die Baugenehmigung, dann kann der Bagger mit den Fundamenten beginnen. Für Horstens Ortsvorsteher Walter Johansen ist seine Feuerwehr unverzichtbar. Für das Jahr 2018 wünschte er sich aber bedeutend weniger Einsätze. Denn jeder Einsatz sei ein Notfall für einen Menschen.
Kreisbrandmeister Frank Gerdes führte auch Statistiken an, machte aber keinen Hehl ob seines Ärgers über immer mehr gewaltsame Übergriffe auf Einsatzkräfte. Bleibt abzuwarten, wie sich die Gesetzesänderung aus 2017 dabei auswirken wird. Gemeindebrandmeister Christian Herzog zeigte sich zwar begeistert, dass bauliche Mängel in Horsten jetzt behoben werden, ließ aber weitere notwendige Infrastrukturmaßnahmen bei den Feuerwehren in Marx, Friedeburg, Reepsholt und Wiesede nicht unerwähnt.
Kreisbrandmeister Frank Gerdes war es vorbehalten, besondere Ehrungen vorzunehmen. Gerke Lübben und Harald Wachtendorf sind 25 Jahre aktiv in der Feuerwehr und wurden mit dem Niedersächsischen Feuerwehr-Ehrenzeichen ausgezeichnet. Auf 60 Jahre Feuerwehr kann Johann Höfers-Möhlmann zurückblicken, er erhielt für diese Leistung das Abzeichen für langjährige Mitgliedschaft des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen.
Erfreuliche Aufgaben waren die Ernennungen und Beförderungen: Zur Feuerwehrfrau beziehungsweise Feuerwehrmann wurden Luisa Wachtendorf, Leendert Mudde und Jan-Lukas Geerken ernannt. Udo Vagts erhielt die Ernennungsurkunde zum Oberfeuerwehrmann, und Jonas Toben, Sven de Wendt und Matthias Hempel sind jetzt Hauptfeuerwehrmänner. Ortsbrandmeister Andre Meyer erhielt schließlich einen weiteren Stern auf der Schulterklappe – er ist nun Hauptlöschmeister.
