Reepsholt - „Ich konnte für meine zehn Mitarbeiter gleich mit Kurzarbeit starten“, beschreibt Hildebrand seinen damals nicht rosigen Start.
Es mussten Lösungen gefunden werden, denn es gab keinen Bedarf an Betriebsfeiern, Hochzeiten und anderen Festlichkeiten, die er mit seinem Angebot abdecken konnte. Die Zelte mit Inventar waren dazu verdammt, im Lager zu liegen, anstatt mit Gästen bei Messen oder auch bei Firmenjubiläen und Familienfeiern eingesetzt zu werden. „Zwar gab es nach einigen Wochen ein wenig Bedarf bei Teststationen und nachher bei den Impfzentren, das deckte unsere Einsatzmöglichkeiten aber bei Weitem nicht ab“, erläutert Hildebrandt seine Situation in den zurückliegenden Monaten.
Wohnmobilverleih ein Erfolg
Neue Geschäftsfelder mussten erschlossen werden. Es fehlte die Möglichkeit, in Urlaub zu fahren. Wohnmobile wurden der Urlaubshit. Dem Versuch mit dem Verleih von einem Wohnmobil folgte aufgrund des Erfolges binnen weniger Monate ein zweites Fahrzeug. Mit diesem Bedarf und dem Wechsel der Urlauber zu dieser Art von Erholung hatte im Vorfeld keiner gerechnet.
Die Vermietung als solches sollte auch der Maßstab für eine weitere Erweiterung des Angebotes an der Reepsholter Hauptstraße sein. Nach dem Erfolg mit Wohnmobilen galt es, den Bedarf für die teilweise neuentdeckten Hobbys „Garten“ und „Bauen“ zu decken. Es wurde mehr selber gebastelt, und das Niveau von nur zeitweise benötigten Geräten erhöhte sich. Arbeitsgeräte wie Bautrockner, Wurzelfräsen und sogar Baumaschinen, zu denen Minibagger und Radlader gehören, wurden erfolgreich in das Angebot aufgenommen. „Wir haben uns dem Markt möglich schnell geöffnet und angepasst“, erläutert Hildebrandt sein unternehmerisches Engagement.
„Die Planungssicherheit fehlt“
„Inzwischen gibt es wieder einen Bedarf im Geschäftsfeld Zeltverleih und Catering“, sagt Hildebrandt. Die Unsicherheit, über die derzeit noch nicht konkret zu erwartenden Einschränkungen durch die Pandemie lässt die Kundschaft aber noch sehr verhalten reagieren. „In Gesprächen habe ich schon vielfältig wahrgenommen, dass man die nächsten Monate abwartet, um dann nächstes Jahr hoffentlich feiern zu können. Die Planungssicherheit fehlt“, erklärt Hildebrandt seine Lage und die Entscheidung der Kunden.
Dass er mit seinem unternehmerischen Denken aber positiv in die Zukunft schaut, beweist Hildebrandt mit seiner letzten Entscheidung. Die Übernahme des Ausflugslokals „Zum alten Bahnhof“ in Strackholt war dieser Schritt. „Wie bisher bieten wir unseren Gästen von donnerstags bis sonntags Kaffee und Kuchen sowie andere Getränke und auch kleine Snacks an. Wir haben Überlegungen und vor allem den Platz, hier mit einem Zelt die Möglichkeit für größere Events zu schaffen. Das ist interessant für Betroffene, wenn zu Hause der entsprechende Platz für Zelt und sanitäre Anlagen fehlen“, sagt Marco Hildebrandt.
