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Bauentwicklung in der Dorfmitte Kirche baut im alten Reepsholter Pfarrgarten

Reepsholt - Erste Arbeiten auf dem Außengelände der Alten Pastorei mit angrenzendem Gemeindehaus an der Frieslandstraße in Reepsholt machen deutlich, dass in absehbarer Zeit konkrete Schritte zum Umbau zur Kindertagesstätte „Schwalbennest“ mit Krippengruppe sowie Jugendräumen im Obergeschoss zu erwarten sind. Aktuell bietet sich dem Passanten somit ein freier Blick vom Pastorenwohnhaus zur St.-Mauritius-Kirche.

Den Erhalt der von der Kommune erworbenen Pastorei und die geplante Schaffung von neuen Außenanlagen mit Aufwertung der kompletten Fläche bei der Kirche sieht Bürgermeister Helfried Goetz als „ein positives Ergebnis, auch wenn sich das gewohnte Bild in diesem Bereich dadurch natürlich verändert“.

Umfangreiche Rodung

Das Beseitigen von Bäumen und der großen Rhododendronhecke sei im Vorfeld mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt und auf das notwendige Maß begrenzt worden. „Das ist für die Gestaltung der deutlich größeren Außenspielfläche und einem Außengelände für das Jugendzentrum erforderlich“, merkt Goetz an. Reepsholts Pastor i. R. Klaus Dörries hatte in einem Leserbrief vor einer Woche die umfangreiche Rodung bedauert und die Entwicklung als Desaster bezeichnet.

Konkret vorgesehen ist es laut Helfried Goetz, den Zugang zur Kindertagesstätte vom Karkplatz aus zu schaffen und die dort vorhandene Parkplatzfläche um weitere Plätze zu ergänzen. „Dadurch soll die aktuell unbefriedigende Bring- und Abholsituation der Kinder an der Frieslandstraße vermieden werden.“ Außerdem werde auch für Veranstaltungen der Kirche zusätzlicher Parkraum geschaffen.

Umbau für 1,4 Millionen Euro

„Ich bin sehr glücklich, dass gemeinsam mit der Kirche diese Lösung auf den Weg gebracht werden konnte. Durch die Investition der Gemeinde Friedeburg in Höhe von gut 1,4 Millionen Euro werden hier in Reepsholt Werte geschaffen, von denen gerade die Kinder und Jugendlichen der Ortschaft viele Jahre profitieren werden“, unterstreicht der Bürgermeister. Neben den Rodungsarbeiten konnte mittlerweile auch die Vorbereitung der Standfläche für die Übergangscontainer abgeschlossen werden, die das „Schwalbennest“ während der Bauphase nutzen wird. Sobald der bereits gestellte Bauantrag genehmigt ist, werden die Bauarbeiten ausgeschrieben, um einen möglichst schnellen Beginn der Arbeiten in diesem Jahr zu ermöglichen, berichtet der Verwaltungschef.

Langjährige Planung

Über viele Jahre hat Anneus Buisman, Vorsitzender des Immobilienausschusses beim Kirchenkreis Harlingerland, an der jetzt vorliegenden Lösung mitgearbeitet, die ebenso den Neubau eines Gemeindehauses beinhaltet. „Das in die Jahre gekommene, riesige Pfarrhaus wurde schon vor längerem als unbewohnbar eingestuft, weshalb sich das Pastorenehepaar Karin und Jürgen Neese auch eine andere Wohnung suchen konnte“, berichtet Buisman. Zudem erschien das Gebäude als überdimensioniert. „Es herzurichten, hätte viel Geld gekostet, das die Gemeinde vor Ort und der Kirchenkreis nicht haben.“ Aber auch das Gemeindehaus im Anbau sei für die künftigen Erfordernisse zu groß, der Kindergarten nicht ideal im Obergeschoss.

Kirchen-Bauingenieur Gerd Simmering habe über Jahre Optionen durchgerechnet, auch einen Teil- und Ganzabriss mit Neubau ins Auge gefasst. „Das wäre aber alles finanziell nicht gegangen“, sagt auch Kirchenvorstandsvorsitzender Habbo Reents. So sei das Ansinnen der politischen Gemeinde, das gesamte Kirchengebäude zu erwerben, eine glückliche Fügung gewesen.

Auf einem kleineren, bei der Kirchengemeinde verbliebenen Grundstück nahe des Glockenturms soll ein Gemeindehaus entstehen, das Gemeindesaal mit Teeküche, Gruppenraum, Kirchenarchiv, Amtszimmer für den örtlichen Geistlichen und auch von außen zugängliche Toiletten unter einem Dach vereint, so Reents. „Das wird ein schöner Abschluss des Ensembles“, vermutet auch Buisman.

Eva Hadem ist dankbar

„Ich bin dankbar, dass die politische Gemeinde das Pfarr- und Gemeindehaus erhalten wird, dass darin weiter die Kita in Trägerschaft des Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Ostfriesland-Nord zuhause sein kann und die nächsten heranwachsenden Generationen das Haus beleben“, erklärt Superintendentin Eva Hadem. Es bleibe eine lebendige Ortsmitte in den für viele vertrauten Räumen. Das neue kleine zukunftsfähige Gemeindehaus biete die Basis für ein reiches Gemeindeleben mit modernem Standard. „Der Neubau wird nur durch landeskirchliche Fördermittel finanzierbar sein.“ Hadem ist angesichts der Signale aus Hannover allerdings zuversichtlich.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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