REEPSHOLT/LEERHAFE - Während einer Geburtstagsfeier spielte eine Gruppe mit Kindern im Stallgebäude. Durch eine Unachtsamkeit wurden beim Spiel mit Streichhölzern Reste von Heu und Stroh auf dem Heuboden entzündet. Die Kinder konnten sich trotz starker Rauchentwicklung noch ins Erdgeschoss retten. Der Fluchtweg ins Freie war jedoch versperrt.

Zum Glück war es kein Ernstfall, sondern eine gut vorbereitete Übung, zu der sich die Feuerwehren aus Reepsholt und Leerhafe auf dem landwirtschaftlichen Gebäude der Familie Tholen in Friedeburg/Rispelerhelmt, Wittmöör trafen. Menschenrettung, der Aufbau der Löschwasserversorgung sowie die Brandbekämpfung verlangten von den Einsatzkräften vollen Einsatz.

Zunächst rückte die Ortsfeuerwehr Reepsholt (Friedeburg) aus. Durch auffrischende Winde aus wechselnden, östlichen Richtungen bestand die Gefahr der Brandausbreitung auf die nahe gelegenen Ställe, die Werkstatt und den Wohnbereich. Schnell war klar, dass die alarmierten Kräfte und deren Fahrzeuge nicht ausreichen werden, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Um keine wertvolle Zeit zu verlieren, wurde umgehend die Ortsfeuerwehr Leerhafe (Wittmund) angefordert. Nach und nach trafen die Einsatzkräfte beim angenommenen Einsatzort ein und erhielten von der Einsatzleitung ihre Aufträge. Die Besonderheit des Objekts lag darin, dass die Anfahrt über benachbarte Löschbezirke erfolgte, da eine direkte Anfahrt heute nicht mehr möglich ist.

Für das Löschwasser mussten drei Förderstrecken aufgebaut werden, eine davon über 1000 Meter von einem Unterflurhydranten. Da die Schlauchleitung des Unterflurhydranten über die Straße verlegt werden musste, übernahm ein Streifenwagen der Polizei Wittmund die Absicherungsmaßnahmen an der Landesstraße 12. Routiniert und sicher erledigten die Einsatzkräfte alle geforderten Aufgaben. Somit konnten die fünf eingeschlossenen Kinder sicher geborgen werden. 'Insgesamt gesehen ist alles gut gelaufen und es wurden keine größeren Fehler gemacht', bestätigte Reepsholts Ortsbrandmeister Christian Herzog.

Ziel der Übung war es, die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei einem Einsatz zu trainieren. Denn reale Einsätze halten sich auch nicht an Gemeindegrenzen. Aus diesem Grund sind solche Übungen unbedingt erforderlich, um die Zusammenarbeit der Feuerwehren sicherzustellen, so die Feuerwehren bei einer gemeinsamen Presseerklärung.

Fazit: Die gemeinsame Brandbekämpfung funktioniert auch über die Gemeindegrenzen hinweg.