Wiesedermeer - Das gab es in der 104-jährigen Geschichte der Raiffeisenbank Wiesedermeer-Wiesede-Marcardsmoor noch nie: Vor dem Hintergrund der aktuellem Corvid-19-Pandemie hat der Vorstand die für gewöhnlich Mitte November anberaumte Generalversammlung als Präsenzveranstaltung abgesagt.
„Wir wollten unsere Mitglieder schützen und sind deshalb erstmals einen neuen Weg gegangen“, berichtet Gero Hirsch, neben Lars Dominik Vorstandsmitglied der kleinen Genossenschaftsbank. Die Generalversammlung falle nicht wirklich aus. „Jedes Mitglied haben wir per Brief in Kenntnis gesetzt und führen unsere Versammlung zum ersten Mal als sogenanntes schriftliches Umlaufverfahren durch.“ Man habe sämtliche Informationen, die der Vorstand auf der Präsenzveranstaltung den Mitgliedern mündlich und per PowerPoint-Präsentation gezeigt hätte, in schriftliche Form gefasst und zugeschickt. Hirsch: „Das waren 20 Seiten.“
Für die Abstimmungen (Feststellung Jahresabschluss, Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat) habe man einen Abstimmungsbogen beigefügt, den die Mitglieder bis 15. Dezember zurückgeben müssen. Lars Dominik: „Danach werden allen Mitgliedern die Ergebnisse mitgeteilt und die Niederschrift des Protokolls zugesandt.“ Die vorgesehenen Ehrungen würden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Was die Jahresbilanz betrifft, so kann die Raiffeisenbank wie gewohnt von stattlichen Zuwächsen berichten. Die Eigenkapitalausstattung, laut Gero Hirsch Ergebnis einer soliden Geschäftspolitik, sei sehr gut und liege über dem Verbandsdurchschnitt. Während man ebenfalls mit der Ertragslage sehr zufrieden ist, sagten die Hochrechnungen für die nächsten Jahre eine schwächere, aber stabile Entwicklung voraus. Vor allem private Bauvorhaben und Hauskäufe, so Dominik, seien mit einem Darlehen finanziert worden.
Besonders zufrieden zeigt sich der Vorstand mit der Warenabteilung, deren Zuwächse nicht nur Corona-bedingt waren. Die Tatsache, dass die Kundschaft im Vorjahr 240 Tonnen mehr Düngemittel und 2125 Tonnen mehr an Futtermittel orderten, spreche dafür, dass die Menschen den Service vor Ort schätzen, unterstreicht Gero Hirsch.
