Wiesedermeer - Auch wenn sie die kleinste Genossenschaftsbank im Weser-Ems-Gebiet ist und zu den 15 kleinsten ihrer Art in Europa gehört: Die Raiffeisenbank Wiesedermeer-Wiesede-Marcardsmoor setzt weiterhin auf ihr Erfolgskonzept der Kundennähe und investiert immer wieder in diesbezügliche Aktivitäten.
Eines der Instrumente der Kundenbindung ist die Schalterhalle, die nach fast 20 Jahren in Kürze umfangreich renoviert und den zukünftigen Anforderungen angepasst wird. „Es bleibt beim Kundentresen, der jedoch um 90 Grad gedreht wird. So entsteht mehr Platz für zu beratende Kunden, aber auch Arbeitsfläche für unsere Mitarbeiter“, kündigt Vorstand Gero Hirsch an. Die Renovierung, die den gesamten Kundenbereich betrifft und während des laufenden Betriebs vorgenommen wird, beginne Mitte März und ende voraussichtlich Anfang Mai.
Arbeitsplätze
Zudem sorge man mit neuer Technik für mehr Transparenz in der Beratung. „Der Kunde kann dann mit dem Mitarbeiter gemeinsam auf Formulare und seine Daten auf dem Beratungsbildschirm schauen“, erklärt Vorstand Lars Dominik. Um zukünftig auf Ausdrucke verzichten und Papier sparen zu können, werde man sogenannte PenPads installieren. „So kann man wie bei der Paketannahme digital unterschreiben.“ Schon die Website der Bank ermögliche, sich auf ein persönliches Beratungsgespräch vorzubereiten.
Den Anstoß zur Umgestaltung der gesamten Schalterhalle kam übrigens von Mitarbeitern, die sich eine arbeitserleichternde Weiterentwicklung wünschten und Ideen einbrachten. So sollen unter anderem höhenverstellbare Tische bessere Bedingungen schaffen. „Hier kommen Tradition und Moderne zusammen; wir wollen auch künftig Begegnungsstätte für Wiesedermeer sein“, unterstreicht Gero Hirsch. Man werde die Optik verändern, aber nicht überzogen. Das Ganze präsentiere man der Öffentlichkeit schlussendlich an einem Tag der offenen Tür.
Kundenveranstaltung
Allmählich beginnt die Raiffeisenbank Wiesedermeer-Wiesede-Marcardsmoor mit ihrer Warenabteilung, dem Raiffeisenmarkt, nach den pandemischen Einschränkungen wieder, die von ihr bekannten Kundenveranstaltungen zu organisieren. „Für dieses Jahr haben wir einiges geplant, mit festen Terminen sind wir aber noch zurückhaltend“, erklärt Lars Dominik. Ein Vortrag von Dr. Hans-Benno Dettmers vor 42 örtlichen Landwirten zu Neuerungen beim Pflanzenschutz wertet er als ersten Erfolg. Der Mitarbeiter der Agravis Raiffeisen AG hatte auf einem „Bauernfrühstück“ Anfang Februar bei Benders in Upschört referiert.
Bio-Zertifikation
„Unsere Landwirtschaft-orientierten Kunden sind bislang gut durch die Corona-Zeit gekommen“, zieht Lars Dominik eine erste Bilanz. Man habe natürlich Liquiditätshilfen gegeben, aber keine wesentlichen Ausfälle im landwirtschaftlichen Bereich festgestellt. Man wisse natürlich nicht, wie sich die gestiegenen Energiepreise in der Zukunft auswirken und in wieweit der Staat gewährte Coronahilfen zurückfordert.
„Vielmehr spüren wir jetzt, dass allmählich wieder investiert wird – durch Renovierungen, Modernisierungen und neue Maschinen“, berichtet Vorstand Dominik. Und manche landwirtschaftlichen Betriebe in der Region planten, auf Bio-Milchviehbetrieb umzustellen. Vor diesem Hintergrund laufen auch bei der Raiffeisenbank Wiesedermeer-Wiesede-Marcardsmoor bereits Bemühungen, sich auf dem Bio-Sektor zertifizieren zu lassen. „Wir wollen den Biobetrieben dann auch das entsprechende Futtermittel anbieten können. Mit dem Bio-Audit nehmen wir dann eine Vorreiterrolle in der Region ein“, freut sich der Bankleiter.
Mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr sind Hirsch und Dominik sehr zufrieden. Auch im Warenbereich habe man Umsatzzuwächse verzeichnet. „Es läuft, weil wir so sind und flexibel und schnell agieren können“, lautet Gero Hirschs Begründung. Doch die Bankenaufsicht schränke letzteres Bestreben immer mehr ein. „Weil wir aufgrund der Größe nicht für alle Prozesse Personal vorhalten können, müssen wir vermehrt auf externe Mitarbeiter zurückgreifen – zum Beispiel bei der Immobilienbewertung.“
