Friesland / Wittmund - Ganz gleich, ob für Geschichts- oder Kulturbegeisterte oder für Entdecker: An diesem Sonntag, 21. Mai, bietet der Internationale Museumstag wieder jedem eine Menge an. Auch in unserer Region. Unter dem Motto „Happy museums. Nachhaltigkeit und Wohlbefinden“ soll der Aktionstag in diesem Jahr die soziale Dimension der Nachhaltigkeit in Museen beleuchten und wie diese zu einer sozial gerechten Zukunft beitragen können.
„Es nimmt eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit in den Fokus und animiert die Kultureinrichtungen, sich mit dem Thema nachhaltiges Handeln im Museum auseinanderzusetzen“, sagt Prof. Dr. Rolf Wiese, Vorsitzender des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen. Doch wie die Museen in Friesland, Wittmund und Wilhelmshaven dies in ihren Ausstellungen einbetten, variiert von Haus zu Haus.
Brauchtum und Handwerk vergangener Tage
Das Schlossmuseum in Jever beteiligt sich ab 11 Uhr mit einer kostenlosen Themenführung durch die Sonderausstellung „Ja, ich will.“ mit Dr. Maren Siems. Hier stehen Hochzeitskleidung und -bräuche im Mittelpunkt. Auf Spurensuche mit der ganzen Familie zeigt außerdem eine Ausstellung, wie kostbar und nachhaltig man in vergangenen Jahrhunderten mit „Licht und Wärme“ für Wohlbefinden gesorgt hat.
Zudem können Kinder ab neun Jahre im Schloss-Atelier von 14 bis 16 Uhr ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Entsprechend der Sonderausstellung geht es bei „Nimm den goldenen Ring von mir“ darum, Ringe und eigenen Schmuck aus Draht zu biegen. Eintritt: 7 Euro pro Person, maximal zwölf Teilnehmer. Anmeldungen bis diesen Samstag, 20. Mai unter e.wilken@schlossmuseum.de oder unter 04461 / 969350.
Zudem öffnet das landwirtschaftliche Museum in der Schlachtmühle am Hooksweg am Himmelfahrtswochenende von 14 bis 17 Uhr die Pforten: Alte Maschinen der Handwerks- und Agrarkultur stehen dabei im Fokus und wie früher mit ihnen gearbeitet wurde. Die komplett erhaltene Schlosserwerkstatt oder die Stellmacherei geben hierbei erstaunliche Eindrücke über das Handwerk vergangener Zeiten. Für Kinder stehen spannende Vorträge auf der Tagesordnung. Eintritt 3 Euro pro Person, Kinder unter 14 Jahren kostenfrei.
„Der Ort ist das Objekt“
In Neustadtgödens geht es am Museumstag besonders um die kulturelle Vergangenheit des Dorfes: So behandelt die kostenlose Sonderausstellung des Landrichterhauses „etzliche Holländer in de nieuwe stad Goedens. Wie Niederländer die Herrlichkeit Gödens prägten“ die Entstehungsgeschichte des Dorfes. Von 15 bis 16 Uhr nimmt der ehemalige Fleckenvorsteher die Besucher mit in den Ort und zeigt die vielfältigen Beziehungen der Neustadtgödenser in die Niederlande auf. Passend dazu gibt es von 11 bis 17 Uhr eine kulinarisch-niederländische Mitmachaktion im Landrichterhaus.
Auch im Landkreis Wittmund stehen spannende Exkursionen an: Passend zum diesjährigen Themenschwerpunkt zeigt das Sielhafenmuseum Carolinensiel die Ausstellung „Als Tante Emma noch bediente“. Hier geht es darum, wie nachhaltig in Vergangenheit gehandelt wurde und was man aus heutiger Sicht verbessern könnte. Zusätzlich gibt es im Kapitänshaus von 11 bis 17 Uhr Tee und Kuchen. Eintritt frei.
Das Museum „Leben am Meer“ in Esens öffnet nicht nur von 10 bis 17 Uhr die Mühlentüren, sondern lädt auch zu einer besonderen Fahrradtour ein: Axel Heinze führt die Teilnehmer entlang der Küste des Harlingerlandes, wo man die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs erkennen kann. Die Teilnahme an der etwa 20 Kilometer langen Fahrradtour mit dem Titel „Wann kommt das Meer zu uns?“ ist kostenfrei. Treffpunkt ist um 14 Uhr die Peldemühle Esens.
Von Kriegsschiffen zur Kunstausstellung
Im Wilhelmshavener Marinemuseum stehen gleich zwei spannenden Führungen bevor: Die erste Besichtigung zeigt das Innenleben des einst größten Museumskriegsschiff Deutschlands, des Lenkwaffenzerstörers Mölders. Ab 11, 13 und 15 Uhr geht es jeweils eine Stunde an Deck, um den Stahlkoloss zu erkunden. Und wer schon immer mal das Innere eines U-Boots bestaunen wollte, der sollte sich die Zeitzeugenführung des Unterseeboots U10 vermerken: Diese starten ab 12; 14 und 16 Uhr und sind auf 10 Teilnehmer pro Führung begrenzt.
Von maritimen Geschichten geht es hin zur Kunst: Die Kunsthalle Wilhelmshaven zeigt von 11 bis 17 Uhr die Sonderausstellung „The Way I see it. 6 x Malerei“. Hier werden Werke von sechs Künstlern in ungewöhnlicher, abstrakter Zusammensetzung präsentiert. Von 15 bis 17 Uhr können zudem auch die Jüngeren am Familien- und Kreativprogramm der Ausstellung teilhaben. Kosten fallen keine an.
Der Museumstag zeigt jedes Jahr aufs neue, wie vielseitig die Kultur in unserer Region ist und wie sehr sie unser Verständnis für die Zukunft prägt.
Gerade unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit gewinnen Museen als Bewahrer des kulturellen Erbes und als Vermittler von ökologischem Bewusstsein zunehmend an Bedeutung, welche auch den kommenden Generationen erhalten bleiben soll.
