Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

50 Jahre DLRG Wangerland „Kommen gerade aus dem Corona-Tal heraus“

Theo Kruse
Einsatz für die „Willi Rosenboom“ am Hafen Wangersiel. Das RIB ist mit 150 PS für rasche Hilfe auf dem Wasser ausgerüstet. Ein maximaler Zugewinn gegenüber den 15 PS des ersten Rettungsbootes von 1971. Von links: Stephanie Schipper, Karsten Mewes, Jantje Redenius, Janek Behrens, Yasmin Hartmann und Jonah Pabst. Liegend im Boot: „Bufdi“ Luca Esch.

Einsatz für die „Willi Rosenboom“ am Hafen Wangersiel. Das RIB ist mit 150 PS für rasche Hilfe auf dem Wasser ausgerüstet. Ein maximaler Zugewinn gegenüber den 15 PS des ersten Rettungsbootes von 1971. Von links: Stephanie Schipper, Karsten Mewes, Jantje Redenius, Janek Behrens, Yasmin Hartmann und Jonah Pabst. Liegend im Boot: „Bufdi“ Luca Esch.

Marina Schmöckel

Wangerland - 50 Jahre Ortsgruppe Wangerland der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Die Rettungsschwimmer im Wangerland organisierten sich am 1. Januar 1972 als DLRG. Freilich gab es schon zuvor DLRG-Aktivitäten an der Küste, doch die Stützpunkte Horumersiel-Schilig, Hooksiel und Tettens waren organisatorisch der Kreisgruppe Jade in Wilhelmshaven unterstellt. Mit der Entstehung der neuen Großgemeinde Wangerland wuchs der Wunsch nach Eigenständigkeit und -verantwortung unter den DLRG-Aktiven.

578 Mitglieder

Heute zählen zur DLRG Wangerland 578 Mitglieder. „Wir kommen gerade aus dem Corona-Tal heraus“, sagt der 1. Vorsitzende Sven Hannemann (Schortens). Im ersten Pandemiejahr seien Training und Schwimmausbildung wegen der Schließung der Hallenbäder in Hooksiel und Horumersiel ausgefallen – zahlreiche Mitglieder sind abgesprungen. Inzwischen haben die Rettungsschwimmer den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen und die Schwimmkurse für Kinder „gehen durch die Decke“, berichtet der stv. Vorsitzende Arne Schmöckel (Hooksiel).

Die Kernmannschaft der DLRG aus Horumersiel in den 1970er Jahren. Hintere Reihe von links: Wolfgang Neumann, Birgit Jensen, Hans-Joachim Buchholz, Bernfred Janssen, Theo Kruse, Klaus Thomann, Hans-Günther Rose, ein Badgast, Willi Rosenboom und Hannes Freimuth. Vorne von links: Gerd Windt, Hannes Vosen, Manfred Kolmsee, Fulko Thaden, Reinhard Thomssen, Hans-Günter Ochmann und Klaus Landwehr.

50 JAHRE DLRG WANGERLAND „Freizeit – das war die DLRG“

Theo Kruse
Horumersiel

Neben dem Training der Rettungsschwimmer und den Schwimmkursen versehen die Mitglieder den Rettungswachdienst mit ihren Booten. Dafür hat die Ortsgruppe die beiden RIBs (Festrumpfschlauchboote) „Willi Rosenboom“ und „Wangerland I“ sowie das leichte Schlauchboot „Savior“; das wird einsatzbereit auf einem Bootstrailer gelagert, während die RIBs in der Saison am Hafen Wangersiel ihre Liegeplätze haben. „Wattrettungen sind die häufigsten Einsätze unserer Aktiven“, so Schmöckel. Die Statistik von 2020 weist 3145 Einsatzstunden der Wangerländer Rettungsschwimmer auf.

Die DLRG

Die DLRG zählt  in Deutschland 1,7 Millionen Mitglieder und Förderer und ist damit die weltweit größte Organisation der Wasserrettung. Sie wurde 1913 in Leipzig gegründet, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Auslöser war ein Badeunfall in Binz auf Rügen, bei dem ein Steg einstürzte und 17 Menschen ertranken, darunter zwei Kinder. Damals wie heute ist das Hauptziel der DLRG, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren.

Seit 1950 haben 22,7 Millionen Menschen ihre Schwimmprüfung bestanden und fast fünf Millionen Menschen haben ihre Prüfung im Rettungsschwimmen abgelegt. „Schwimmen ist eine Kulturtechnik, die zur Grundausbildung gehört wie das Lesen, Schreiben und Rechnen“, sagt die Präsidentin der DLRG, Ute Vogt. Man verfolge das Ziel, dass der Schwimmunterricht in allen Schulen selbstverständlich sei. Vor vier Jahren konnten rund 60 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen. Nach zwei Jahren Pandemie dürfte das noch weitaus schlechter aussehen, mutmaßt die DLRG.

Die Zeichen, dass sich die Situation bald ändern könnte, stehen schlecht: Heute gibt es rund 1600 für die Schwimmausbildung geeignete Bäder weniger als noch vor 20 Jahren. Fast 25 Prozent der Grundschulen können keinen Schwimmunterricht anbieten, weil es an einem Bad mangelt.

Wasserrettungszug

Zudem verstärken die DLRG-Aktiven aus dem Wangerland den Wasserrettungszug Friesland im Rahmen des zivilen Katstrophenschutzes. Die Einheit rettet Menschen und birgt Sachen aus Wassergefahren. Der Wasserrettungszug setzt sich zusammen aus Mitgliedern des Ortsgruppen Wangerland, Jever-Schortens, Varel und Bockhorn.

„Der Rettungswachdienst in sieben Stationen an den Stränden in Horumersiel-Schillig und Hooksiel wird durch den Zentralen Rettungswachdienst-Küste gesichert“, erläutert Arne Schmöckel. „Wir haben in der Ortsgruppe leider nicht mehr die Manpower, die wir dafür bräuchten. Viele junge Menschen verlassen nach Schule und Ausbildung die Region. Das war vor 50 Jahren noch anders“, sagt er. Der Zentrale Rettungswachdienst wird durch den DLRG-Landesverband organisiert. Eingebunden sind Rettungsschwimmer aus ganz Norddeutschland, die sich für mindestens zwei Wochen verpflichten. Die Zahl der aktiven Rettungsschwimmer der Ortsgruppe beziffert Schmöckel auf rund 40 junge Frauen und Männer. Die Ortsgruppe wird seit einem Jahr durch Luka Esch aus Ibbenbüren unterstützt, der als Bufdi überall einspringt, wo Not ist.

Im Kolk schwimmen gelernt

Einen frühen DLRG-Stützpunkt  gab es bereits 1951 in Mederns: Bauer Hilllers in Karlseck stellte einen Kolk zur Verfügung, in dem Kinder das Schwimmen lernen konnten. Noch ältere Schwimmzeugnisse sprechen vom Wallgraben der Deichbatterie in Schillig, wo schon 1931 Bademeister Gottlieb Greiner Prüfungen für die DLRG abnahm. 

Ausgangspunkt der DLRG-Arbeit  in Horumersiel war die Bude von Bademeister und Wattführer Wilhelm Rosenboom. Er animierte die Dorfjugend, in der DLRG aktiv zu werden. Später war auch das neue Wellenbad ein Schwerpunkt der Arbeit. Ein erstes Motorboot lag beim Badesteg am Außentief, die „Falke“. 

Die Gerätschaften der Ortsgruppe sind seit gut 20 Jahren in einer Halle in Hooksiel untergebracht. Dort lagern im Winter die Boote und die beiden Autos (Bully und Geländewagen). Außerdem befinden sich dort Schulungsraum, Büro und Küche. „Die auch als Vereinsheim genutzte Halle wird gerade modernisiert“, verrät Arne Schmöckel. So bleibt den Aktiven auch im Jubiläumsjahr genug Arbeit.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Protagonisten vor der Baustelle (v.l.): Kulturamtsleiterin  Christiane Cordes,  EGH-Betriebsleiter Klaus Büscher,  OB Jürgen Krogmann,  Bauleiter Sebastian Rudy und Museumschef  Steffen Wiegmann

UKRAINE-KRIEG TREIBT KOSTEN IN DIE HÖHE Oldenburger Stadtmuseum kostet nun 26,4 Millionen Euro

Thomas Husmann
Oldenburg
Wird als erste Zeugin im Untersuchungsausschuss angehört: Finanz-Staatssekretärin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne)

SITZUNG MEHRFACH UNTERBROCHEN Untersuchung zur Beförderung in Weils Staatskanzlei beginnt mit Eklat

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Meinung
Am 3. Mai ist Tag der Pressefreiheit.

TAG DER PRESSEFREIHEIT Vom Glück, in einem freien Land zu leben

Ulrich Schönborn
Oldenburg
Auf Borkum wurden Ende April rund 20 Säcke mit bislang unbekanntem Inhalt angeschwemmt.

WAS WURDE ANGESCHWEMMT? Borkumer Drogenfund bleibt ein Rätsel

Axel Pries
Borkum
Symbolbild

UNFALL IN OLDENBURG Angetrunkener Radfahrer von Auto erfasst – schwer verletzt

Oldenburg