Jever - Ein halbes Jahrhundert gibt es jetzt die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz, kurz WAU. 1971 in Jever gegründet, konnte die Mitgliederversammlung zum „goldenen Jubiläum“ mit coronabedingter Verzögerung erst jetzt stattfinden. Die letzte Mitgliederversammlung hatte es noch vor dem ersten Lockdown im März 2020 gegeben. Das eigentliche Jubiläum soll in Kürze gefeiert werden: „Wir hoffen auf einen Nachholtermin im Frühjahr“, so Vorsitzender Werner Menke.
Vieles von dem, was die WAU traditionell an Veranstaltungen anbietet, konnte die Gemeinschaft in den beiden zurückliegenden Jahren nicht durchführen. Einen großen Teil der Zugvogeltage-Aktivitäten hat die WAU in enger Koordination mit dem Nationalparkhaus Wangerland in Minsen veranstaltet. Seit Juni 1995 gehört die WAU zur Trägergemeinschaft des Nationalparkhauses, sie übernimmt dort die wissenschaftliche Betreuung und Beratung.
Die letzte Mitgliederversammlung der WAU hatte es kurz vor dem ersten Lockdown vor zwei Jahren gegeben. Nun waren Vorstandswahlen fällig und der Vorstand im Amt bestätigt: Vorsitzender bleibt Werner Menke, sein Stellvertreter Michael Hintze, Schriftführer ist Ralf Sinning und der Schatzmeister Thorsten Harms.
Vieles von dem, was die WAU traditionell an Veranstaltungen anbietet, konnte in den beiden zurückliegenden Jahren nicht stattfinden. Eine Ausnahme waren die 13. und 14. Zugvogeltage, zu denen die WAU in der Region wieder mit einem vielfältigen Angebot beitrug. 2021 stießen alle Programmpunkte auf viel Zuspruch.
Über die Zugvogeltage hinaus hat die WAU zuletzt keine weiteren Exkursionen angeboten und auch die Salzwiesenführungen im Sommer fielen 2020 vollständig aus. 2021 konnten immerhin 17 Führungen in Minsen (Küstersmatt) und Hooksiel stattfinden. Derzeit plant die WAU mögliche Termine für 2022. Die WAU sucht weitere Personen, die solche Führungen leiten können. Bei Interesse ist eine Einarbeitung möglich. Kontakt per E-Mail an menke@wau-jever.de
Naturbeobachter
Die Einschränkungen der Umweltbildungsarbeit in der Corona-Zeit wurden zum Teil kompensiert durch eine verstärkte Pressearbeit: „So erschienen in den Zeitungen mehrere Artikel über naturkundliche Themen aus unserem Wirkungsbereich“, sagt Werner Menke. „Ein Bericht im Februar vergangenen Jahres über einen außergewöhnlich starken Einflug von Waldschnepfen endete mit einem Aufruf an die Leser, entsprechende Beobachtungen an die WAU zu melden. Im Rahmen dieses Citizen Science-Projekts in kleinem Maßstab gingen mehr als 100 Beiträge ein“, freut er sich.
Ein im Januar 2021 erschienener Artikel über Eisvogelbeobachtungen im Schlosspark Jever habe sogar dazu geführt, dass sich ein Bürger bereit erklärte, die Kosten für die Anbringung einer Eisvogelröhre an der Schlossgraft zu übernehmen. „2021 ist die Brutröhre allerdings noch nicht angenommen worden. Wir hoffen daher auf die Zukunft“, so Menke.
Solche Naturschutzaktivitäten blieben relativ unbeeinträchtigt von der Corona-Krise. Dazu gehörte vor allem die regelmäßige Kontrolle aller WAU-Nistkästen im Schlosspark, im Forst Upjever und andernorts.
Kästen für Schleiereulen
Mit Unterstützung der Naturschutzstiftung Friesland/Wittmund/Wilhelmshaven soll das Nistkastenprogramm ausgeweitet werden. Eine kleinere Zahl der neuen Nisthilfen will die WAU auf dem Gelände des DRK-Heims in Schillig anbringen. Dort standen größere Abriss- und Bauarbeiten an. In diesem Zusammenhang soll das umgebende Gelände ökologisch aufgewertet werden.
Wichtig sind auch die Schleiereulenkästen, die die WAU in einigen aufgegebenen Trafostationen unterhält. Reinigung und Kontrolle sind oft eine mühsame Angelegenheit, seit 2020 hat Dr. Susanne Homma diese Aufgabe übernommen zusammen mit einem kleinen Team aus WAU- und NABU-Mitgliedern. Dieses Team betreut über die WAU Kästen hinaus auch Kästen, die vom NABU und Privatpersonen angebracht worden sind. Damit ist eine breitere Basis gegeben für ein Beringungsprogramm an Schleiereulen.
Zu den Kernaufgaben der WAU gehört die regelmäßige Durchführung der Wasser- und Watvogelzählungen an der Festlandsküste zwischen Neuharlingersiel und Wapelersiel sowie in einzelnen Binnenland-Bereichen (Spülfelder Neustadtgödens und Wangermeer).
Seit Anfang des Jahres geben die Zähler ihre Daten direkt auf der Meldeplattform ornitho.de ein. Damit entfällt weitgehend die Verwaltung und Aufbereitung der Zählergebnisse durch die WAU.
