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Neue Station auf Klinikgelände ADAC Luftrettung weiht modernsten Standort in Sande ein

Helden des Alltags und der Lüfte: Ein Teil der Crew der ADAC Luftrettungsstation in Sande vor ihrem Rettungshubschrauber und dem neuen Stationsgebäude.

Helden des Alltags und der Lüfte: Ein Teil der Crew der ADAC Luftrettungsstation in Sande vor ihrem Rettungshubschrauber und dem neuen Stationsgebäude.

Oliver Braun

Sande - Wenn der Pieper losgeht in der Station der ADAC Luftrettung in Sande, dann geht es routiniert, hochkonzentriert und rasant schnell zur Sache: Ruckzuck sitzen Pilot und Co-Pilot im Hubschrauber und heben mit Notarzt und Notfallsanitäter an Bord ab zum Einsatzort. Mehr als 1000 mal wurde „Christoph 26“ auch in diesem Jahr schon wieder zu Notfällen gerufen. Und gerade jetzt im Hochsommer, in dem die Region voller Urlauber ist, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo ein Mensch ganz dringend ärztliche Hilfe benötigt. „Fast jeder dritte Rettungsflug geht in Richtung Inseln“ sagt Rettungsflieger und Stationsleiter Dirk Hessenius. Meist sind es internistische Einsätze – Verkehrsunfälle machen nur etwa zehn bis 15 Prozent des Einsatzspektrums der Rettungsflieger aus.

Die ADAC Luftrettung gGmbH

Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas mit bis heute mehr als 1,1 Millionen Einsätzen. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle.

„Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz.

Der Einsatzradius von Christoph 26 reicht dabei von Groningen bis Bremervörde, von Helgoland bis Cloppenburg. In zwei Minuten nach Alarmierung ist der Hubschrauber in der Luft.

Die Teams der ADAC Luftrettung werden trainiert von der ADAC HEMS Academy GmbH. Die Wartung und technische Bereitstellung erfolgt über die ADAC Heliservice GmbH. Die ADAC Luftrettung ist ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

Zurück aus Mariensiel

Nachdem „Christoph 26“ zuletzt fast eineinhalb Jahre von Mariensiel aus abhob, sind das Team der ADAC Luftrettung und ihr gelber Engel, ein Airbus Helikopter H 145 DII, nun zurück am seit 40 Jahren angestammten Platz beim Nordwest-Krankenhaus (NWK) Sanderbusch. Die neue Rettungsstation ist fertig. Fast vier Millionen Euro wurden in den Neubau investiert, dessen Hangar auch die Hubschrauber der nächsten Generationen beherbergen kann. Zur feierlichen Einweihung schauten am Freitagmittag neben Partnern von NWK und dem Bundeswehr-Krankenhaus Westerstede weitere Gäste der hiesigen Rettungsdienste, außerdem Landrat Sven Ambroy, Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg und der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, Frédéric Bruder, aus München vorbei.

Die ADAC Luftretter in Sande haben die modernste und komplexeste aller bundesweit 37 Stationen der ADAC Luftrettung, sagte Frédéric Bruder. „Als Windenstation mit 24-Stunden-Betrieb und Nachtsicht-Kompetenz ist Sanderbusch eine unserer leistungsstärksten Stationen.“ Für die nachhaltige Fortführung und den weiteren Ausbau des besonders breiten Einsatzspektrums sei hier nun das Fundament gelegt.

Die Station wurde nach modernsten Standards und Anforderungen neu errichtet. Mit 1080 Quadratmetern auf zwei Etagen bietet die neue Station mehr als doppelt so viel Platz wie früher, um medizinisches Gerät und Spezialausrüstung wie Nachtsichtgeräte für Rettungseinsätze in der Dämmerung oder im Dunkeln (Teil des Night-Vision-Imaging-Systems, kurz NVIS) zu lagern.

Stets einsatzbereit

Sanderbusch ist eine von drei Stationen, die rund um die Uhr einsatzbereit sind. Piloten und Crews sind für die Einsätze bei minimalen Lichtverhältnissen speziell ausgebildet und greifen dabei auf die NVIS-Technologie zurück. Das großzügige Raumangebot ermöglicht den Crews, sich für Ruhepausen im Rahmen ihres Schichtbetriebs zurückzuziehen und administrative Aufgaben zu erledigen.

Die Crews in Sanderbusch stellen 19 Notärzte vom Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch und Bundeswehrkrankenhaus Westerstede, sieben Piloten und drei Co-Piloten von der ADAC Luftrettung sowie Rettungsfachpersonal der Rettungsdienst Friesland gGmbH, insgesamt 13 Notfallsanitäter, von denen drei über eine Zusatzqualifikation Winde verfügen. Auch das Vorfeld, auf dem „Christoph 26“ startet und landet, wurde vollständig erneuert. Der Hangar ist direkt an das Stationsgebäude angegliedert. Der Hubschrauber wird bei bedarf auch auf einer elektrisch gesteuerten Plattform automatisch in und aus dem Hangar bewegt.

Geostrategisch richtig

„Die Stationierung von Christoph 2 am Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch hat sich im Rückblick als Erfolgsmodell erwiesen“, so der Geschäftsführer der Friesland Kliniken, Dr. Werner Wodrich. Sanderbusch sei geostrategisch genau der richtige Standort, die Kooperation funktioniere großartig. Auch Landrat Sven Ambrosy dankte den ADAC Luftrettern für das Vertrauen in den Standort und bezeichnet die Rettungsstation als gutes Beispiel der Kooperation der Krankenhäuser in Sande und Westerstede. Ambrosy bezeichnete die Luftretter und auch alle anderen Retter am Boden als die „wahren Helden des Alltags“.


Und er schwärmte auch vom Hubschrauber: Denn einige Teile des rund zehn Millionen Euro teuren Airbus-Helikopters stammen aus Varel.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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