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Menschen Als Ermittlerin vor der Kamera

Rahel Arnold

Hohenkirchen/Köln - Schülerin Aylin verschwindet bei einem Klassenausflug, die Mutter vermutet, der Vater will die Tochter in die Türkei entführen, am vergangenen Wochenende hat er ihr am Telefon damit gedroht. Schulermittlerin Susanne Kaspary und ihr Team greifen ein – die Kamera läuft mit. „Elf Minuten pro Drehtag schaffen wir im Schnitt“, sagt Susanne Kaspary alias Susanne Korte.

Die Episoden des RTL-Formats „Die Schulermittler“ werden überwiegend in Köln und Hürth gedreht, derzeit ist Susanne Korte aber nicht am Set, sondern zu Besuch in ihrer alten Heimat – dem Jeverland.

Besuch an der Küste

Geboren in Jever, hat die heute 44-Jährige ihre Kindheit und Jugend direkt hinterm Deich in Friederikensiel im Wangerland verbracht. „Ich bin ein Landei“, gesteht sie und lacht. „Als Mädchen hatte ich ein Pony, wollte gerne Tierärztin werden“, sagt sie.

Beim Sportverein Eintracht Wangerland hat sie viele Jahre Handball gespielt, Freunde und Familie leben immer noch im Jeverland. „Mindestens einmal pro Quartal versuche ich, mit meiner Familie an die Küste zu fahren. Hier besuchen wir dann meine Eltern“, sagt sie.

Als Susanne Korte 13 Jahre alt war, änderte sich ihr Berufswunsch. „Ich wollte Polizistin werden.“ Der Entschluss stand fest und Susanne Korte arbeitete auf ihren Berufswunsch hin, nach der Schule ging sie zur polizeilichen Ausbildung nach Hannoversch Münden. „6500 Bewerber gab es damals, 110 wurden genommen – und ich war dabei“, sagt Susanne Korte. Das war 1986. Im April 1987, Susanne Korte war gerade 18 Jahre alt, begann die Ausbildung. Als so genannte Polizeihauptwachtmeisterin – diesen Dienstgrad gibt es heute nicht mehr – arbeitete die junge Frau anschließend in der Einsatzhundertschaft der Polizei in Uelzen. „Das hieß Gorleben, Kastortransporte, Fußballspiele, Großveranstaltungen“, erinnert sie sich.


Dann kam der Wechsel zur Bereitschaftspolizei Oldenburg als Gruppenführerin.

„Meine beruflichen Anfänge waren in der Schutzpolizei, 1994 bin ich zur Kriminalpolizei nach Wittmund gewechselt“, sagt sie. Die Kripo Wittmund wurde damals unter Jevers Polizeichef Wolfgang Memenga aufgebaut, Korte war Teil des Teams. „Memenga ist mein Mentor, er hat mich immer unterstützt“, sagt sie.

Schnell spezialisierte sie sich auf die Aufklärung von sexuellen Missbrauchsfällen an Kindern und Jugendlichen. Auch in der RTL-Serie stehen Kinder und Jugendliche im Fokus. Es geht um Sachbeschädigung, Erpressung, Diebstahl, Raub, Mobbing und Körperverletzung an Schulen.

In Köln im Einsatz

Die Episoden sind nachgestellt, folgen einem lockeren Drehbuch, die Darsteller sind Laien-Schauspieler. Seit 2009 gehört Susanne Korte zum so genannten Hauptcast. „Die Dreharbeiten sind für mich ein Heimspiel, ich kann mich leicht in meine Rolle denken“, sagt die Kriminalkommissarin, die inzwischen in der Nähe von Köln lebt. Dort fährt sie auch wieder im Streifendienst Einsätze und erledigt „erste Angriffe“.

„Als Mutter von vier Kindern ist mir die Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen wichtig“, sagt sie. Die Resonanz auf die Serie sei groß. Dennoch: Das Format wird Anfang November eingestellt. „Ich werde aber sicher nicht vom Fernsehbildschirm verschwinden“, verrät Susanne Korte.

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