Jever/Schortens - Die alte B 210, die Jever und Schortens miteinander verbindet, wird in Zukunft ein neues Aussehen erhalten. Grund ist das Radverkehrskonzept der Gemeinden, damit Radfahrer diese Strecke besser nutzen können. Einen Vorschlag für den neuen Look der früheren Bundesstraße stellte das Ingenieurbüro für Straßen- und Tiefbau (IST) aus Schortens im Ausschuss für Kultur, Tourismus, Freizeit, Sicherheit und Ordnung vor.
Die simple Basis des Konzeptes ist eine verbesserte Gestaltung des Radverkehrs zwischen Jever, Schortens und Sande. Momentan gibt es an der alten B 210 nur einen schmalen Radweg. Das soll sich ändern. „Die Neugestaltung des Straßenbildes beginnt an der Tankstelle beim Famila-Markt in Jever“, sagt Marten Ohmstede vom Ingenieurbüro. Enden soll es dann knapp hinter dem Badesee in Schortens.
Mehrere Empfehlungen
Momentan misst die Fahrbahn in der Breite 7,85 Meter, der Grünstreifen 1,90 Meter, dazu kommen die Gräben bzw. Abstände zum Rand der Fahrbahn mit etwa 1,80 Meter. Um den Radweg auszubauen, muss die Fahrbahn verengt werden. „Wir haben uns in unserem ersten Entwurf auf 6,50 Meter geeinigt“, sagt Ohmstede.
Für die Breite des Radweges liegen mehrere Vorschläge vor. Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) sprechen von 2,50 bis 3 Metern, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) von 3 Metern. Das neue Radverkehrskonzept des Landkreises Friesland empfiehlt sogar eine Breite von mindestens 3,50 Meter. „Wir haben uns jetzt auf drei Meter abgestimmt“, sagt Ohmstede. Der Grünstreifen wurde zunächst auf zwei Meter festgelegt.
Fördersumme
Folgende Breiten ergeben sich dann für das neue Straßenbild: Fahrbahn 6,50 Meter, Grünstreifen zwei Meter, Radweg drei Meter. Eine besondere Herausforderung bei der Umgestaltung sei vor allem der Knotenpunkt am Ortseingang Moorwafen. „Die Besonderheit ist, dass es dort zwei Linksabbiegerspuren gibt“, erklärt Ohmstede.
Eine Umgestaltung in dem Maße kostet Geld. Auf knapp 1,27 Millionen Euro schätzt das IST den finanziellen Aufwand. Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers hofft dabei auf Fördergelder. „Allein wegen der Interkommunalität könnten 75 bis 95 Prozent der Summe gefördert werden“, erklärt er. Die Summe würde aus dem Topf des Förderprogramms „Stadt und Land“ kommen. Sogar eine 95-prozentige Finanzierung mit Fördermitteln könnte realistisch sein.
Weiteres Vorgehen
„Eine Förderung in dem Ausmaß erhalten normalerweise nur notleidende Kommunen“, erklärt Albers. Da die Gemeinde Schortens als solch eine Kommune gilt, wären 95 Prozent garantiert, so Jevers Bürgermeister. Das Projekt bezeichnet er als „interkommunales Leuchtturmprojekt“. Und die weitere Planungsphase des IST? „Wir müssen jetzt mehrere Dinge prüfen“, sagt Ohmstede. Dazu gehören neben der Notwendigkeit einer Beleuchtung des Radweges auch eine breitere Fahrbahn mit 7 Metern und eine breitere Radroute mit 3,50 Meter.
