Wangerooge - Mit so einer Nachfrage hat auf der Insel Wangerooge wohl keiner gerechnet. Aber nachdem es die Stellenausschreibung zum Leuchtturmwärter auf der ostfriesischen Insel sogar in die Tagesschau geschafft hatte, sah sich die Verwaltung plötzlich mit einer Flut an Bewerbungsschreiben konfrontiert.
Allrounder für Turm gesucht
Knapp 1100 Bewerbungen sind bei Rieka Beewen, Kurdirektorin und Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, seitdem eingegangen. „Das jetzt alles zu sichten ist schon eine Mammutaufgabe für eine so kleine Verwaltung wie die unsere.“ Damit auch rechtlich alles seine Richtigkeit hat, müssten die Bewerbungen akribisch und genau durchgegangen werden. „Wir rechnen aber mit den ersten Bewerbungsgesprächen nach Ostern“, sagt Beewen.
Leicht wird die Aufgabe indes nicht. Das Profil des zukünftigen Leuchtturmwärters ist klar umrissen. Handwerkliches Geschick sowie Grundkenntnisse in EDV und der Umgang mit Kassensystemen wären schon wünschenswert. „Und er muss natürlich offen und freundlich im Umgang mit unseren verschiedenen Gästen sein, wie Schulklassen, Brautpaaren oder den ganz normalen Besuchern.“
Eröffnung Ende des Jahres
Weiter ist man derweil, was die Zukunft der Arbeitsstelle des neuen Leuchtturmwärters angeht. Einen Sachstandsbericht dazu gab es jetzt im Betriebsausschuss. So soll das Museum wie geplant im Mai eröffnen, mit einer Eröffnung der Plattform und auch des Trauzimmers wird noch zum Ende des Jahres gerechnet. Bis dahin hat die Gemeinde aber noch einige Hausaufgaben zu machen. Denkmalschutz, Videoüberwachung und noch zu absolvierende Rettungsübungen sind nur ein paar Punkte. „Das Brandschutzkonzept liegt aber schon beim Landkreis und wartet dort auf Überprüfung“, erklärt Beewen.
Besucher sollen mehr zahlen
Zu guter Letzt gibt es noch eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Die im Haushalt veranschlagten 400.000 Euro für die Sanierung des Alten Leuchtturms werden wohl nicht ganz benötigt.
Die schlechte: Die Eintrittspreise werden für Gäste wohl steigen. So wird der Preis für Erwachsene mit Turmaufstieg von 3 auf 5 Euro steigen, Kinder und Jugendliche bezahlen dann 2,50 anstatt 1,50 Euro. Zusätzlich wird es eine Familienkarte (zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern) für 13 Euro geben. Einzig bei Schulklassen soll die Preisanhebung von 1,20 auf 1,50 Euro pro Person gering gehalten werden. „Insbesondere die Schullandheime im Westen sind durch die aktuelle Situation mit der Deckwerksanierung und der Badestelle in den letzten Jahren etwas benachteiligt, sodass wir ihnen hier entgegenkommen möchten“, begründet Beewen den nur geringen Anstieg.
Die Mitglieder des Betriebsausschusses hatten die neue Preisstruktur am Dienstag einstimmig empfohlen, abschließend darüber entscheiden muss noch der Rat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 14. März. Sitzungsbeginn ist um 19.30 Uhr im Kleinen Kursaal.
