Altmarienhausen - Wasser hat immer eine eigentümliche Faszination, Wasser schenkt das Gefühl von Urlaub und Freiheit, sorgt für Stressabbau und Ausgeglichenheit. Bei Paddel und Pedal ist das jetzt wieder zu haben, seit wenigen Tagen hat die Station in Altmarienhausen am Ems-Jade-Kanal wieder geöffnet.
Einige Gäste waren in den ersten Tagen auch gleich auf dem Wasser unterwegs. „Wir richten uns jeweils nach den gerade geltenden Corona-Regeln und passen das Angebot immer wieder an“, erklärt Bettina Werner vom Bezirksverband Oldenburg (BVO), die die Wohnheime in Sande leitet. Bereits im vierten Jahr wird die Paddel- und Pedalstation in Altmarienhausen von der BVO betreut, hier arbeiten Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung Schwierigkeiten haben, den Alltag allein zu gestalten. In mehreren Wohnheimen leben sie in Gruppen zusammen und erhalten bei Bedarf Unterstützung. Ziel ist es, Schritt für Schritt wieder die Kompetenz für ein komplett selbstbestimmtes Leben zu erreichen. Dazu gehört auch die Einbindung in einem Arbeitsalltag. Unter Coronabedingungen nicht ganz einfach, auch bei Paddel und Pedal nicht. „Wir achten streng darauf, dass die Bewohner aus unterschiedlichen Wohnheimen keinen Kontakt miteinander haben. Es arbeiten immer nur Bewohner eines Heimes gemeinsam“, erklärt Werner. Zurzeit sind jeweils vier Bewohner und ein Mitarbeiter vor Ort. „Das werden wir je nach Nachfrage anpassen“, sagt die Einrichtungsleiterin.
Zu den Mitarbeitern gehört zum Beispiel Matthias Krause. Der 43-Jährige war früher Kellner, ist Stress gewöhnt. „Ich war immer sehr schnell, aber mit der Krankheit ließ das nach und ging schließlich gar nicht mehr. Aber jetzt bin ich schon wieder auf guten Weg – und die Arbeit macht Spaß“, sagt er. Auch wenn es noch kühl ist und die Nachfrage nach Booten überschaubar – „Hier gibt es immer was zu tun, das Gelände muss ja auch in Schuss gehalten werden“, sagt er. Und den Umgang mit Gästen liebt er besonders. „Immer freundlich sein, immer geduldig, auch wenn Gäste mal einen schlechten Tag haben, darin ist Herr Krause besonders gut“, sagt Susanne Runck, Mitarbeiterin der BVO und bei Paddel und Pedal häufig mit vor Ort. Gerade kommt Chris Albers zu seiner Schicht um die Ecke. Wie es ihm hier geht? „Super, die Arbeit hier draußen macht mega Spaß und je nach Gemütslage gibt es immer was zu erledigen“, sagt der 23-Jährige.
Derzeit gibt es – aus bekannten Gründen – noch keinen Kontakt der unterschiedlichen Stationen bei Paddel und Pedal. Die Kombitouren zwischen Sande und Friedeburg, eine Richtung mit Boot, die andere mit Fahrrad, waren sehr beliebt. Im Augenblick muss es aber noch beim Bootsausflug bleiben. Selbstverständlich gilt auch hier: mit Test, voll Geimpfte (frühestens 14 Tage nach der zweiten Impfung) oder Genesene mit Nachweis. Das Betreten des Geländes ist nur mit Maske erlaubt, auf dem Wasser darf sie abgenommen werden. Eine Gastronomie wird derzeit noch nicht angeboten, allerdings rechnen die Mitarbeiter damit, dass das im Laufe des Sommers wieder möglich sein wird.
An der Station in Altmarienhausen stehen drei Kanadier für zehn Personen, eins für sechs und mehrere Dreier- und Vierer-Kanadier jeweils mit Stechpaddel bereit, darüber hinaus auch Kajaks für ein oder zwei Personen mit Doppelpaddel. Neu im Angebot ist auch ein „Schnupperpaddeln“, hier kann man ein Boot für zwei Stunden zum besonders günstigen Preis mieten.
Die Boote können zwar auch spontan ausgeliehen werden, wer aber auf Nummer sicher gehen will, der reserviert sich am Besten eines der Boote unter Tel. 0163/3 44 63 20
